Beirut: Pop Art trifft arabische Klassik

Eleutheria ArabiEleutheria ArabiMit ihrem Instagram-Account „Eleutheria Arabi“ koppeln die Künstler Mostafa Olwan und Marah Al-Houjeiry zwei Disziplinen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: klassisches arabisches Lied und digitale Bildkunst. Ausgegangen waren die beiden Libanesen vom Alternative-Pop, merkten aber bald, dass sie die Gesänge und Lyrik von Oum Kalthoum, Fairuz oder Mohammed Abdel Wahab mindestens genauso inspirierten. Auf ihrem Account, den man mit „arabische Freiheit“ übersetzen kann, sieht man jeweils eine nach Pop-Art-Manier erstellte digitale Bildcollage, die dann durch einen Click das Musikstück vorstellt, von dem sie inspiriert wurde.

„Indem wir Pop Art für diese Lyrics verwenden, erreichen wir eine breitere Hörerschaft, denn dadurch wird ihre Bedeutung vereinfacht“, sagte Olwan dem Magazin Grazia. „Alle kennen Oum Kalthoum, aber nicht jede/r erfasst die Bedeutung ihrer Texte vollständig – in dieser Kombination gelingt das.“ In den eher vom Alternative-Pop geprägten Stücken und den dazugehörigen Bildern wird dagegen die Welt nach dem „Arabischen Frühling“ mit ihren Problemen wiedergespiegelt, Themen sind hier etwa die psychische Gesundheit oder die Suche nach einer neuen Identität. Auch für uns Europäer bietet der Account eine Fülle an Neuentdeckungen und eine ungewöhnliche interdisziplinäre Perspektive auf diese.

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„Eleutheria Arabi“

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

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