Toumani Diabaté – Kôrôlén

RIP: Stefan von Dobrzynski

Stefan von Dobrzynski 1963 (Foto: Friedrich Magnussen / CC BY-SA 3.0 DE)Stefan von Dobrzynski 1963 im Jazzclub 61“So cool ist in Deutschland vielleicht nur noch die Hans Koller Combo oder Jutta Hipp“, schrieb das Jazz Podium in den fünfziger Jahren über ihn, später prägte der Klarinettist Stefan von Dobrzynski vor allem den Sound der großen deutschen Big Bands.
 
Stefan von Dobrzynski wurde am 10. Mai 1928 in Berlin geboren und erhielt zunächst Klavierunterricht. Es folgte ein Klarinettenstudium, von dem er ausgeschlossen wurde, als sein Professor erfuhr, dass er in Berliner Lokalen mit Jazzgruppen zusammenspielte. In den fünfziger Jahren ging Dobrzynski nach Kiel und machte sich bald als Bandleader einen Namen, 1955 wurde er beim Deutschen Amateur-Jazz-Festival in Düsseldorf mit dem Preis für den besten modernen Solisten ausgezeichnet. In der Band von Werner Giertz spielte Dobrzynski zusammen mit Klaus Doldinger und Peter Trunk, 1960 wechselte er zur SFB Bigband. 1967 gehörte er zum Line-Up der von Don Ellis geleiteten Berlin Dream Band, die auf den Berliner Jazztagen einen großen Erfolg feierte. Später war er in der Big Band von Max Greger und im WDR-Tanzorchester unter Werner Müller zu hören. In den siebziger Jahren gehörte er Wolfgang Schlüters Band Swing Revival an und arbeitete mehrfach mit der NDR Bigband zusammen. Im Jahr 2008 erhielt Stefan von Dobrzynski den Kieler Kulturpreis, den er mit den Worten „Jazz ist mein Leben“ entgegennahm.

Stefan von Dobrzynski starb bereits am 24. Februar im Alter von 92 Jahren.

Text
Stefan Franzen, Martin Laurentius & Rolf Thomas

Foto
Friedrich Magnussen / CC BY-SA 3.0 DE

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