Gilberto GilGilberto Gil

Gilberto Gil, Star der Música Popular Brasileira seit den 1960ern und ab 2003 Kulturminister unter Präsident Lula, kommt für zwei Konzerte nach Deutschland. Der 76-Jährige wird am 7. beim Zeltival Karlsruhe und am 11. August in der Elbphilharmonie Hamburg auftreten. Letztes Jahr veröffentlichte Gil in Brasilien das Album „Ok Ok Ok“, das er während seiner Shows mit Klassikern aus seiner gesamten Karriere mischen wird. Gil reist in einer Zeit nach Europa, in der die Welt sorgenvoll auf Brasilien blickt, da das Land unter Präsident Bolsonaro in politischer sozialer und ökologischer Hinsicht katastrophale Rückschritte macht.

Gils Haltung zu Bolsonaro ist unmissverständlich. Dem Radiosender WDR Cosmo sagte er kürzlich im Interview über die Gefahr von reaktionären Staatschefs für eine progressive Kultur: „Ich denke, das ist eine Befürchtung, die nicht nur in Brasilien, sondern überall zu spüren ist. In den Vereinigten Staaten, auch in Europa, ist diese Art von Gegenreaktion in vielen Teilen Europas zu spüren. Wer immer noch an diese edlen Werte wie Freiheit, Gleichheit und Vielfalt glaubt, muss weiterkämpfen, weiter protestieren, weiter sagen, was er denkt.“ Gil selbst musste schon einmal Repressalien, Zensur und Exil erdulden, als er während der Militärdiktatur Teil der Tropicália-Bewegung war und Anfang der 1970er vorübergehend in London leben musste.

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Gilberto Gil

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Marcos Hermes

Veröffentlicht am unter News