Satch HoytSatch HoytDer bildende Künstler und Musiker Satch Hoyt forscht seit einigen Jahren über transnationale, klangliche Beziehungen zwischen den afrikanischen Kulturen mit einem Fokus auf dem Überleben alter Sounds in der digitalen Moderne. Sein Ausgangspunkt sind dabei Tondokumente aus der vorvorletzten Jahrhundertwende, die von Ethnologen in Angola und im Kongo aufgenommen wurden. Daraus entstand sein Album „Afro-Sonic Mapping“. „Welche musikalischen Muster erhielten sich in afro-diasporischen Klängen und trotzten so Zeit und erzwungener Migration? Welche klanglichen Verwandtschaften bestehen zwischen Dakar und New Orleans, Lagos und Kingston? Wie haben sich postkoloniale Aneignungen und transatlantische Transferprozesse in gegenwärtige Rhythmen eingeschrieben?“

Das sind Fragestellungen, die nun im Zentrum des gleichnamigen Festivals „Afro-Sonic Mapping“ stehen, das vom 31. Oktober bis zum 17. November im Berliner Haus der Kulturen der Welt stattfindet. Gespräche, Performances, ein Konzert und eine Ausstellung sind die Mittel hierzu. Highlight ist unter anderem das Eröffnungskonzert am 1.11. mit Celo Dut, Kiluanji Kia Henda, MC Khris, Suyá Nascimento, Teddy N’singi und Sacerdote, das zwischen Spoken Word, Kuduro, Experimentalmusik und kongolesischen Gitarrenmustern zehn Kompositionen von Hoyt verwebt. Kuratiert hat das Programm die in Berlin lebende Chilenin Paz Guevara.

Weiterführende Links
„Afro-Sonic Mapping“

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Trevor Lloyd Morgan

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