Heiner SchmitzHeiner SchmitzZum 15. Mal verleiht der Westdeutsche Rundfunk seinen Jazzpreis in den Kategorien Komposition“, „Improvisation“, „Musikkulturen“, „Nachwuchs“ und „Ehrenpreis“. Am 29. Oktober saß die Jury unter dem Vorsitz des WDR-3-Jazzredakteurs Bernd Hoffmann im Kölner WDR Funkhaus zusammen und hörte sich durch die Bewerbungen, um über die Gewinner zu entscheiden, die am 1. Februar im Rahmen des WDR 3 Jazzfestes (31. Januar bis 2. Februar) im Theater Gütersloh ausgezeichnet werden. In der Rubrik „Komposition“ machte der in Erftstadt bei Köln lebende, 1979 in Leipzig geborene Saxofonist und Komponist Heiner Schmitz das Rennen. Außermusikalische Impulse seien ihm Inspiration für eine zeitgemäße Orchester-Jazzmusik, so die Jurybegründung, deren lineare Durchführung führe oft zu überraschenden Klangereignissen führt. In der Rubrik „Improvisation“ fiel die Entscheidung für Jens Düppe. „Der 1974 in Schwäbisch Gmünd geborene, seit langem in Köln lebende Schlagzeuger versteht es wie kein anderer, die Time regelrecht an die akustische Wand nageln“, so die Überzeugung der Jury. „Zugleich setzt er aber auch das rhythmische Fundament jeder Band per se unter Spannung, wenn er ein Vexierspiel aus konkretem Beat und freiem Pulsieren anstößt.“

Der „Nachwuchs“-Preis geht an das Ganztagsgymnasium Marienschule in Euskirchen. Dort gibt es insgesamt vier Bigbands (davon ist die Mary’s Big Band mit 20 Jahren die älteste), die alle Altersgruppen vom Quartaner bis zum Abiturienten umfassen und jedwedes spieltechnische Niveau berücksichtigen. Den „Musikkulturen“-Preis konnte das in Nordrhein-Westfalen ansässige, türkische Quartett Kavpersaz für sich entscheiden. Die vier Musiker nutzen „das traditionelle Instrumentarium Anatoliens, um die rhythmische und melodische Vielfalt der Folklore türkischer, kurdischer und armenischer Herkunft aufzuspüren und eine Brücke zur (Improvisations-)Musik europäischer Provenienz zu schlagen“, so die Jury. Um einen Brückenschlag geht es auch beim „Ehrenpreis“, der 2019 für „ein herausragendes Programmprojekt eines Jazzclubs, einer Spielstätte oder Initiative in NRW“ ausgeschrieben wurde. Das vom Landesmusikrat NRW initiierte Projekt „Brückenklang“ sucht seit 2015 nach Verbindungen zwischen der traditionellen Musik der Chöre und Musikvereine in Nordrhein-Westfalen und den Kulturen der vielen Einwanderer im Land. Alle Infos gibt es auf der WDR-Jazzpreis-Site im Internet.

Weiterführende Links
WDR Jazzpreis 2019

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Frank Wiesen

Veröffentlicht am unter News

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