Bei den 41. Leipziger Jazztagen: Pat MethenyPat MethenyIm Jahr 1 nach dem 40. Geburtstag 2016 greift das Programm der Leipziger Jazztage vom 12. bis 21. Oktober einen Trend auf, der zurzeit international in der Jazzszene zu beobachten ist: die Wiederentdeckung der Gitarre in der zeitgenössischen Improvisationsmusik. „Im Jazz ist die Gitarre einen weiten Weg gegangen, vom Banjo aus Afrika zum elektrisch verstärkten und verfremdeten ‚Riffbrett‘. Viele der großen Jazzgitarristen waren in den letzten 40 Jahren (zum Teil mehrfach) bei den Leipziger Jazztagen zu Gast: Bill Frisell, John Scofield, Wayne Krantz, Nguyên Lê, Marc Ribot und viele mehr“, schreiben die Macher der Jazztage in der Ankündigung für das 41. Festival in der ostdeutschen Großstadt: „Doch nie zuvor wurden die unterschiedlichen Stilistiken und Techniken der Jazzgitarre in so einer Bandbreite innerhalb nur eines Festivals vorgestellt.“ Gespannt darf man unter diesem Aspekt auf den Schlussabend der Jazztage sein, wenn erst der „Superstar“ der modernen Jazzgitarre, Pat Metheny, mit seinem Quartett in der Oper Leipzig zu hören ist, bevor sein rund 30 Jahre jüngerer Kölner Instrumentalkollege Tobias Hoffmann mit seinem Trio eine Exegese in Sachen Groove im Liveclub Telegraph angehen wird. Weitere Gitarristen im Festival-Programm sind unter anderem Gilad Hekselman, Giovanni Weiss, Jakob Bro und Dominic Miller.

Natürlich wird auch an die Jazzlegende John Coltrane erinnert, dessen Todestag sich 2017 zum 50. Mal gejährt hat. Eine Urenkel-Generation aus jungen Leipziger Musikern setzt sich an zwei Abenden unter dem bezeichnenden Titel „Trane Disciples“ mit der Jazzmusik dieses Saxofonisten auseinander. Auch wenn der Bezug zu Coltrane nicht ganz so eng ist, so hat der Berliner Saxofonist Peter Ehwald sicherlich Coltrane im Kopf, wenn er mit seinem Quartett Double Trouble eine Improvisationsmusik zwischen sperrig freier Avantgarde und lyrisch leiser Melodik aufführt. Außerdem werden 2017 wieder zwei Preise im Rahmen von Preisträgerkonzerten auf den Leipziger Jazztagen verliehen: zum einen der mit 6.500 Euro dotierte „Leipziger Nachwuchs Jazzpreis“ und zum anderen der mit 3.000 Euro ausgestattete „BMW Welt Young Artist Jazz Award“. Das komplette Programm der 41. Leipziger Jazztage gibt es im Internet.

Weiterführende Links
Leipziger Jazztage

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
John Peden

Veröffentlicht am unter News
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