ELBJAZZ 2018

Zeitinsel in Dortmund für Michael WollnyMichael WollnyWäre Michael Wollny – sagen wir – 70 Jahre alt, so könnte man von einer Retrospektive sprechen. Doch der 1978 in Schweinfurt geborene Pianist ist noch keine 40 und bekommt nun vom Konzerthaus Dortmund die Möglichkeit, sich an drei Tagen, vom 5. bis 7. Mai, zu präsentieren. In dem Festival „Zeitinsel“, das das Konzerthaus Dortmund regelmäßig mit Musikern und Komponisten verschiedener Gattungen veranstaltet, zeigt Wollny, was für ein umfassender Künstler er mittlerweile ist. Als Improvisationsmusiker macht er sich auch philosophisch das musikalische Material zueigen, analysiert und fragmentiert den Stoff, um die Einzelteile neu zusammenzusetzen – gleichgültig, ob er solo spielt, sich mit seinem Trio der Kunst der Kommunikation hingibt oder in großer Besetzung seine melodische Geläufigkeit auf dem Piano eine orchestrale Farbenpracht gegenüberstellt.

Den Anfang am 5. Mai macht Wollny mit Filmmusik. Den Stummfilmklassiker „Nosferatu“ hat er vertont und führt seinen Soundtrack mit dem Norske Blåseensemble unter der Leitung von Geir Lysne auf. Gleichsam als Ausrufezeichen gibt es direkt im Anschluss noch einen Remix durch Leafcutter John. Am nächsten Tag steht Wollnys aktuelles Trio im Mittelpunkt. Mit Eric Schaefer (Schlagzeug) und Christian Weber (Bass) zelebriert der Pianist die hohe Kunst einer intuitiven Improvisationsmusik – mit Vincent Peirani am Akkordeon als Gast. Der Abend endet mit Gesang: Vokalist Konstantin Gropper und Wollny schlagen einen Bogen vom Kunstlied eines Franz Schubert zu eigenen, jazzinspirierten Songs. Für den Schlusstag reist die hr-Bigband nach Dortmund, um mit Wollny und der Cembalistin Tamar Halperin die „Wunderkammer XXL“ dem Publikum zu öffnen. Zuvor wird es aber „klassisch“, wenn Wollny seine gleichermaßen eigenwillige wie zeitgemäße Fassung von Bachs „Goldberg-Variationen“ auf die Bühne bringt. Alle Infos gibt es auf der Konzerthaus-Site im Internet.

Weiterführende Links
Zeitinsel

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Jörg Steinmetz

Veröffentlicht am unter News
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