Ist am 18.9. gestorben: Kenny WheelerKenny Wheeler

Die Nachricht vom Tod des Trompeters und Flügelhornisten Kenny Wheeler erreichte die Produzenten Steve Lake und Manfred Eicher kurz nach dem Mastering seines neuen Albums, das er Weihnachten 2013 im Londoner Abbey Road Studio aufgenommen hat. Neun eigene Kompositionen und ein meisterhaftes Quintett sollten die langerwartete Rückkehr Wheelers zu ECM markieren. Wheeler wurde am 14. Januar 1930 in Ontario geboren, nach einem Musik-Studium zog er 1952 nach London. Nach Anfängen im Swing und Modern Jazz war er von 1966 bis 1970 Mitglied des Spontaneous Music Ensemble, improvisierte mit Derek Bailey, Evan Parker und Tony Oxley. Seit 1970 gehörte er zum Globe Unity Orchestra von Alexander von Schlippenbach, war langjähriges Mitglied im Quartett von Anthony Braxton und im Quintett von Dave Holland. Mit John Taylor und Norma Winstone gründete er Azimuth.

Eigene Alben wie „Song for Someone“ (1975) oder „Angel Song“ (1997) wurden von der Kritik hochgepriesen. Die „Royal Academy Of Music“ ehrte Wheeler in diesem Jahr mit der Ausstellung „Kenny Wheeler: Master Of Melancholy Chaos“. Seit 2011 wird jährlich ein Absolvent der Royal Academy mit dem „Kenny Wheeler Music Prize“ für Exzellenz in Performance und Komposition ausgezeichnet. „Ich schreibe traurige Songs und engagiere Musiker, um sie zu zerstören“, sagte Wheeler der BBC. In letzter Zeit lebte der große Flügelhornist und Improvisator im Pflegeheim, am 18. September ist Kenny Wheeler nach langer Krankheit in London gestorben.

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Creative Commons/Andy Newcombe Farnborough

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