Charles LloydPremiere beim Filmfest München: 'Charles Lloyd: Arrows Into Infinity'„Er war damals so etwas wie ein Jazz-Rock-Star“, sagt Herbie Hancock über Charles Lloyd, „er stand mit Rock-Bands auf der Bühne – und wurde akzeptiert.“ Blue-Note-Chef Don Was verweist auf einen anderen Aspekt in der frühen Karriere des Saxofonisten in den 1960ern: „Er war der erste Jazztyp, der im Fillmore auftrat. Und seine Konzerte dort waren unglaublich.“ Lloyds aktueller Pianist, Jason Moran, hebt wiederum hervor, warum der 75-jährige Saxofonist so einzigartig ist: „Charles steht für eine Musikpersönlichkeit, die ausschließlich ihrem Instinkt folgt.“ Die Zitate stammen aus der Film-Doku „Charles Lloyd: Arrows Into Infinity“, die als Gemeinschaftsarbeit von Lloyds Ehefrau, der Künstlerin Dorothy Darr, und dem Videokünstler, Maler und Filmemacher Jeffrey Morse entstanden ist. In Gesprächen mit Freunden und Weggefährten von Lloyd zeichnen die Beiden nicht nur die Karriere des Saxofonisten nach, sondern geben auch den Blick frei in das ungewöhnliche Leben dieser Jazzlegende – von seinen Anfängen als Saxofonist in den 1960er-Jahren über seinen Rückzug nach Big Sur in Kalifornien bis hin zu seinem glanzvollen Comeback in den 1980ern.

Und natürlich kommt Lloyd selbst zu Wort. So berichtet er unter anderem, warum er sich nach seinen frühen Erfolgen mit seinem Quartett mit Keith Jarrett, Cecil McBee bzw. Ron McClure und Jack DeJohnette für lange Zeit aus der Jazzszene zurückgezogen hat. „Ab einem bestimmten Punkt begann ich zu leiden – musikalisch und persönlich“, erzählt Lloyd, „ich hatte meinen spirituellen Körper verloren, das konnte ich regelrecht spüren. Das störte mich – und ich musste verschwinden.“ Darrs und Morse’ Film-Doku „Charles Lloyd: Arrows Into Infinity“ hat beim Filmfest München Europapremiere. Gleich zwei Mal wird diese gezeigt: am 2. und am 4. Juli im Carl-Orff-Saal vom Münchner Kulturzentrum Gasteig. Am 3. Juli gibt es im Amerika-Haus in München dann ein Konzert mit Lloyd (Saxofon), Eric Harland (Drums) und Zakir Hussain (Tabla).

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

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