ELBJAZZ 2018

André Nendza

Vor einigen Jahren ersteigerte ich bei eBay die kompletten Jahrgänge 1977 bis 1989 des Jazz Podiums. Ich empfand das als zwingend notwendig, um die Entwicklung speziell der deutschen Jazzszene besser zu verstehen. Meine Frau bezeichnete die Aktion allerdings als unnötige Platzverschwendung. Auf jeden Fall musste ich zu meiner Überraschung feststellen, dass sich zu der damaligen Zeit Leser, Autoren und auch Musiker via Leserbrief regelrechte Schlachten lieferten. Und das teilweise über mehrere Ausgaben. Joachim Kühn schaltete gar eine Anzeige, in der er seinen Unmut über den Verriss eines Weather-Report-Konzertes kundtat, was wiederum zu weiteren Leserbriefen führte.

Was für eine glückselige Zeit. Auch ich erinnere mich mit Wehmut an mein klares, post-68-geprägtes Weltbild. Der Feind stand rechts und hatte durch Gestalten wie Dregger und Strauß die passende Fratze. Heiner Geißler war ein unerträglich anständiger Deutscher. Alice Schwarzer diskutierte mit Esther Vilar über Emanzipation und verklagte den Stern wegen sexistischer Titelfotos. Links sein war leichter mit Helden wie Willy, Rudi und Petra. Und Herbert Wehner „kärrnerte“ die SPD zu strenger Fraktions-Disziplin. (Nicht zu verwechseln mit „kernern“ nach Johannes Baptist Kerner.)

Auch im Jazz gab es früher anscheinend noch klare Fronten. Die Vertreter der reinen Free-Jazz-Lehre kämpften frontal gegen die Bewahrer des echten, unverfälschten und im Zweifelsfall amerikanischen Jazz. Für die New-Orleans-Fraktion endete die Jazzgeschichte knapp nach der Erfindung der Schallplatte, während die Avantgarde sinngemäß verkündete: „Vatis Jazz ist tot.“ Alle Lager verbündeten sich wiederum gegen den kommerziellen Ausverkauf ihrer Wahrheit durch Jazz-Rock und damit verbunden gegen jede Form von Elektrizität.

Heute ist das alles nicht mehr so einfach. Die Konservativen stellen in Hamburg einen schwulen Bürgermeister, der sich wahlweise mal von rechts außen oder den Grünen ins Amt heben lässt. Und der wirkt auch noch sympathisch dabei. Außerdem ist eine evangelische, geschiedene CDU-Frau (besser: cdu-FRAU) aus Ostdeutschland Kanzlerin. Heiner Geißler ist Mitglied bei Attac. Alice Schwarzer diskutiert mit Verona und wirbt für die Bildzeitung. Linke Helden, sorry Oskar, sind auch bei genauestem Hinschauen nicht in Sicht und meine SPD wird von Gestalten wie Hubertus Heil in Grund und Boden verwaltet.

Im Jazz allerdings sieht es, trotz der knapper werdenden finanziellen Ressourcen, recht positiv aus. Denn hier ist seit vielen Jahren das „Anything goes“ bestimmendes Prinzip. So sammelt sich unter diesem Logo in multistilistischer Fröhlichkeit alles, was nicht so recht in Schubladen passen will. Und die Puristen, die es auch noch gibt, sind nicht mehr das, was sie mal waren. Irgendwie zu friedliebend, gehören sie auch zur Familie.

Sicher, ab und an wird unter unterschiedlichsten Überschriften über Farbe, Verortung und Zustand des Vier-Buchstaben-Wortes diskutiert. Das Ganze verläuft aber in aller Regel sehr gesittet und dauert zumeist nur einen kurzen Sommer lang. Ganz im Sinne des fantastischen Jandl-Gedichts „demokratie“ gilt wohl als Konsens: „unsere ansichten / gehen als freunde / auseinander.“ Und, um aus Gründen des Proporzes einen sozialdemokratischen, homosexuellen Bürgermeister zu zitieren: „Das ist auch gut so.“

Diese Haltung spiegelt sich im Prinzip – wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten – in den Zeitungen wider, die in Deutschland das Wort „Jazz“ im Titel tragen. Zu meinem genussvollsten Gefallen, denn ich mag diese bunte, unaufgeräumte Vielfalt, diese Gleichzeitigkeit von Unterschiedlichstem. Und Leute mit zu klarem Weltbild sind für mich mittlerweile das Grauen.

Allerdings drängt es mich ab und an, in dunklen Momenten, doch zum ausufernden und bisweilen bösartigen Diskurs. In diesem Zusammenhang fand ich im Internet auch in Bezug auf Jazz reichlich Nahrung. So wird auf Frank Schindelbecks wunderbaren „jazzpages“ im Forum „jazztalk“ bisweilen bis aufs Messer über bestimmte Themen diskutiert. Und auch in der Wikipedia-Welt kann man hinter den lexikalischen Kulissen ab und an heftigsten Streit beobachten. Beispielsweise suchte ich nach der Lektüre des Interviews mit Reiner Michalke im letzten „Jazz thing“ ein paar Zusatzinformationen und fand neben seinem Lexikoneintrag ein regelrechtes Gemetzel im Diskussionsbereich. Zuweilen wird auch das „blog thing“ (respektive der „Jazz thing Podcast“) zur Bühne manch vitaler Diskussion. Und interessanterweise gibt es, sichtbar anhand der verwendeten Identitäts-Kürzel, in all diesen Foren Überschneidungen hinsichtlich der Beteiligten.

Selber bleibe ich dabei, mich unterschwellig wie ein Voyeur fühlend, meist nur im Hintergrund. Das hat einerseits zeitliche Gründe, andererseits hinterlassen diese Scharmützel bei mir zumeist etwas unbefriedigend Unaufgelöstes und führen vor allem häufig zu der Kernfrage: „Was ist Jazz?“ Und gerade DIE interessiert mich einfach nicht mehr. Oder zumindest nur in Schaltjahren.

Ein einziges Mal, ich war schwer erkältet und rekonvaleszierte vor dem Computer, geriet ich im „jazztalk“ in eine solche Diskussion. Es ging natürlich – und hier ist er mit Gruß an den Blogwart nach einjähriger Verbannung wieder – um Brönner und ich machte aus einer Laune heraus den Fehler, für Till ein gewisses Maß an Toleranz einzufordern. (Das scheint meine freiwillig unfreiwillige Berufung zu sein. Oder gar meine Lebensaufgabe? Ob man damit Geld verdienen kann…?)

Der thread artete jedenfalls, wie befürchtet, derart aus, dass ich kurzfristig darüber nachdachte, meinen Beruf aufzugeben, um das Ganze zeitlich zu bewältigen. Außerdem wurde mir auch bedeutet, dass man lieber unter sich sei und auf Musiker, die nur ihre Kollegen verteidigen, verzichten könne. Und das ist alles in allem auch besser so, denn man betrachtet mit einem beruflichen musikalischen Hintergrund viele Dinge aus einer anderen Perspektive. Wer unzählige Stunden mit seinem Instrument, in feuchten Proberäumen und auf überfüllten Autobahnen verbracht hat, empfindet in aller Regel, bei allem Klatsch und Tratsch, ein gesichertes Maß an Grundrespekt vor jedem Kollegen. Einfach aufgrund der Vermutung, dass er eine ähnliche Wegstrecke zurückgelegt hat.

Im Laufe dieser Auseinandersetzung – ich war mittlerweile wieder gesundet – trat ich jedenfalls den geordneten Rückzug an, zumal die Diskussion irgendwann in eine andere Richtung driftete und dann, wie häufig im „jazztalk“, mit dem Hohelied auf Steve Coleman endete. Seit dieser Zeit sitze ich jedenfalls lieber wieder auf der Tribüne. Ab und an juckt es zwar doch in den Fingern, und ich würde mich gerne ins Getümmel stürzen. Besonders wenn, wie gerade aktuell, grandiose Musiker wie Paolo Fresu oder Eva Kruse diskreditiert werden.

Aber dann schaue ich doch lieber in die leuchtenden Augen meiner neun Monate alten Tochter und staune mit ihr Bauklötze.

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14 Kommentare zu „Unterwegs als Foren-Voyeur“

  1. Tja, als man Briefe noch auf der Schreibmaschine schrieb, eine Briefmarke draufklebte, und in eine dieser (damals noch zahlreichen) gelben Kisten warf und dann angespannt wartete ob er im nächsten Monat wohl auch abgedruckt wurde, da hatte man einfach mehr Zeit zum Nachdenken.
    Genutzt hat das aber auch nicht.

    (Aber auch damals wurde gekäRRnert.)

  2. Das Interessante an Foren wie „Jazztalks“ oder am Portal: Jazz der deutschen Wikipedia ist doch zu beobachten, dass dort mit fast den gleichen Argumenten gefochten wird wie kurz nach dem 2. Weltkrieg, als in den ersten Jazzclubs hier in Deutschland während der Nachkriegszeit um einen Kanon, um Meinungshoheit heftigst gerungen wurde. Experten? Nicht erwünscht, weil verbildet. Musiker? Notwendiges Übel, um über Musik streiten zu können. 60 Jahre Entwicklung? Geschichte? Ausgeblendet. Das, was heute zählt im Jazz, dafür ist noch immer der Amateur, der „Dilettant im Sinne des 19. Jahrhunderts“ zuständig…

  3. Herr Nendza!

    Aus der erhabenen Position des Bloggers einer Zeitung über Leute herzuziehen, die in einem Forum miteinander über ihre Vorlieben und Einschätzungen diskutieren, ist nicht elegant. Ich finde es nicht gut, dass sie sich aus der Diskussion auf gleicher Ebene im Forum zurückgezogen haben und sich nun mithilfe der Zeitung dafür „rächen“, dass andere nicht Ihrer Meinung waren. Sie erweisen damit auch der Zeitung keinen Gefallen, an deren Internet-Seite ja gerade die Leute interessiert sind, die gerne etwas lesen, ein wenig nachdenken, sich eigene Meinungen bilden und zum Austausch aufgelegt sind. Wenn Sie Forum-Teilnehmer blöd oder sonst wie inakzeptabel finden, dann sollten Sie mit dieser Meinung wenigstens nicht die Jazzthing-Leser vergraulen.

  4. Lieber Mampf,
    Zunächst: Ich bin als Blogger der Zeitschrift Jazzthing frei in der Gestaltung meiner Texte und somit repräsentieren diese auch nur meine Meinung.
    Nun bietet der Blog ja auch die Möglichkeit zum Austausch und zur Kritik. Und er bietet mir die Möglichkeit, aus meiner „erhabenen Position des Bloggers“ herabzusteigen und auf Kritik zu reagieren. Also: Zunächst einmal scheint es mir so, dass Sie meinen Text nicht richtig gelesen haben. Er ist im Kern von Respekt für Leute, die sich in Foren tummeln, geprägt. Ich beschreibe ja gerade, das ich diese Diskussionen mit Freude verfolge. Ich beschreibe aber auch, warum ich glaube, zu diesen Diskussionen nicht wirklich etwas beitragen zu können. Allerdings sind meine Texte im Ton häufig von Ironie und auch Selbstironie geprägt. Das führt wohl manchmal zu Missverständnissen und ist das Schicksal des „Clubs der Ironiker“. Im Kern bleibt der Ironiker ein Menschenfreund.
    Deshalb konkret: Mir nach einer Diskussion, die grob vier Jahre zurückliegt, Rachegelüste zu unterstellen ist eine Selbstüberhöhung sonder Gleichen.
    Vielmehr wird die Ganze Angelegenheit als heiteres Intermezzo beschrieben, aus dem ich meine Konsequenzen gezogen habe.
    Im Übrigen hebt mein ganzer Text auf den Respekt für unterschiedliche Meinungen ab.
    Dann: Aus meiner Sicht ist mein Text natürlich hochgradig elegant, denn er diskreditiert niemand direkt persönlich und nimmt mit ehrlichem Grundrespekt die manchmal etwas bizarren Verläufe von Diskussionen in Foren auf die Schippe. Das Sie sich scheinbar persönlich verunglimpft fühlen, hebt doch wohl eher auf die eigene Rolle im Jazz-Talk ab. Hier die Solidarität der Foren-Teilnehmer und Jazzthing-Leser zu beschwören, greift aus meiner Sicht ins Leere. In diesem Zusammenhang: Jemand, der im Jazztalk mittlerweile einen eigenen thread aufbauen musste, um nicht weitere „Jazztalker“ zu vergraulen, sollte sich nicht primär um die Wirkung meiner, im Kern meist schmunzelden, Texte Gedanken machen.
    Abschließend: Ich wollte, um ehrlich zu sein, nie in die Fänge des „mampfschen“ Weltbildes geraten. Jetzt habe ich mich doch eine gewisse Zeit eines schönen, arbeitsfreien Sommerabends mit Ihren Einwürfen beschäftigt. Ich hoffe, dass Sie ihre schweren Geschütze wieder einkellern und zum Florett zurück kehren.

  5. @Laurie

    Eine wunderbar klischeehafte Sicht der Dinge. Keine Ahnung, ob du je ernsthaft im Jazz-Talk oder anderen Foren gelesen hast – nach deinen Aussagen zu schließen wohl eher nicht.

    „…ist doch zu beobachten, dass dort mit fast den gleichen Argumenten gefochten wird wie kurz nach dem 2. Weltkrieg, als in den ersten Jazzclubs hier in Deutschland während der Nachkriegszeit um einen Kanon, um Meinungshoheit heftigst gerungen wurde.“

    Einmal davon abgesehen davon, dass sich Grundfragen durchaus durch die Jahrzente schleppen mögen, ist es einigermaßen lächerlich, die vielfältigen Diskussionen in Foren auf diese Thematik zu reduzieren. Entweder verfügst du über eine außergewöhnlich selektive Wahrnehmung oder du hast überhaupt keine Ahnung wovon du sprichst.

    „Experten? Nicht erwünscht, weil verbildet. Musiker? Notwendiges Übel, um über Musik streiten zu können. 60 Jahre Entwicklung? Geschichte? Ausgeblendet.“

    Das ist – sorry – inhaltsleeres Gewäsch. Nichts ist in Foren mehr erwünscht und respektiert als Experten. Musiker, die sich äußern sind ausgesprochen gern gesehen. Dass Musiker oft nicht mehr oder weniger diskussionsfähig sind als „normale Menschen“ sollte man allerdings zur Kenntnis nehmen.

    „Musiker als notwendiges Übel, um über Musik streiten zu können“

    Ach ja, so einfach ist das?! Denk da lieber noch mal drüber nach.

    Wenn es einzelne Menschen gibt, die *vielleicht* mit Müh und Not in deine Schubladen gestopft werden könnten: Ist das Anlass für einen globalen Rund-um-Schlag gegen Foren im Allgemeinen? Oder besser: gegen die Teilnehmer, die es wagen dort ihre Ansichten zu formulieren?

    „Das, was heute zählt im Jazz, dafür ist noch immer der Amateur, der „Dilettant im Sinne des 19. Jahrhunderts“ zuständig…“

    Auch hier: ein großes, aufgeblasenes Bla-Bla. Der Böse Dilettant (was unterscheidet nochmal den Dilettanten des 19. Jahrhunderts von dem des 21. Jahrhunderts?) ist zuständig für das „was zählt im Jazz“.

    Was ist die Alternative? Zuständig sind nur diejenigen, die ein Instrument in der Hand halten können oder (selbstgeadelte) Jazz-Päpste?

    Schon einmal mit offenen Augen Artikel von professionellen Jazz-Schreibern gelesen? Ich habe schon allzu häufig erheblich Fundiertes von Amateuren (Dilettanten!) im Netz gelesen, als von Jazz-Journalisten auf gedrucktem Papier. In dem Zusammenhang sei der zeitlose Aufsatz von Volker Kriegel „Unser Jazz und unsere Kritiker“ zur Lektüre gerne mal wieder empfohlen.

    Andererseits liest du gar nicht so falsch und eigentlich sogar genau richtig. Denn die Dilettanten sind – was für ein Pech – ausgerechnet diejenigen, die in die Konzerte latschen, die (hoffentlich noch) gelegentlich CDs erwerben, die im Jazzbereich oft mit erheblichem Zeitaufwand und ohne kommerzielle Interessen Konzerte organisieren, Jazzclubs unterhalten usw. usf.

    Und dann wagen es diese Gestalten auch noch über die Musik zu reden? Gar eigene Meinungen zu formulieren?

    Gottverdammtes, unwissendes Dilettantenpack – was nimmt sich dieser Pöbel eigentlich heraus?

    DAS ist deine Meinung?

    Ich frage mich, wo der positive Gegenentwurf deiner Position sein soll?

    Jazzdiskussion und -kritik nur noch in der Hand von Professionellen (deines Kalibers)?

    Nein danke. Da schätze ich die engagierten Dilettanten doch zu sehr.

    Gruß

    Frank

  6. @André

    In vielen Punkten deines Beitrags kann ich heftigst nickend zustimmen.

    Angefangen von Frauen, die das Sammeln von Jazz-Papier eher unerfreulich pragmatisch für Platzverschwendung halten, bis hin zu verschwundenen linken Leitbildern.

    Aber

    „Und Leute mit zu klarem Weltbild sind für mich mittlerweile das Grauen.“

    Da treffen wir uns nicht. Eine Alice Schwarzer, die für BILD Werbung macht, ist einfach widerlich. Grüne, die mir-nichts-dir-nichts feststellen, dass Lobby-Arbeit für die Atomindustrie OK geworden ist, sind fiese Gestalten.

    Und im Jazz sind mir überzeugte Steve-Coleman-Jünger oder fundamentalistische Ella-Fitzgerald-Anhänger eigentlich sehr symphatisch.

    Weil ich Überzeugungen an sich schätze.

    Idealerweise sind diese Überzeugten souverän und können andere Meinungen tolerieren und in der Diskussion schätzen, ohne von ihren Ansichten abzurücken. Damit kann ich bestens leben und Dialektik gehört nun einmal zum, nein, ist Quintessenz des Blog- und Forenlebens.

    Grüße

    Frank

  7. Lieber Frank,
    wir sind völlig dáccord, dass das mit Alice Schwarzer und der Bildzeitung das Grauen ist. Das Ganze war als Gegenüberstellung früher-heute gedacht. Auch schätze ich Puristen durchaus und finde, das sie Diskussionen in Foren gut tun können. Allerdings würde ich mir manchmal etwas ironische Distanz wünschen.
    Bestes
    André

  8. „Aus meiner Sicht ist mein Text natürlich hochgradig elegant …“ Jaaa! Gut gegeben! Mehr davon!

    [bezieht sich auf die weitergesponnene Diskussion im Jazz-Talk: Mistige Themen (d.Red.)]

  9. Worin sich der Dilletant des 19. Jahrhunderts von dem des 21. unterscheidet, lässt sich knapp auf Dilletant – Wikipedia nachlesen. Ansonsten halt ich mich da besser raus ;o)

  10. @ Wer auch immer „admin“ sein mag ;-)

    Da steht keineswegs, wodurch sich ein Dilettant des 19. Jhds von einem des 20. Jhds unterscheidet. Vielmehr wird davon gesprochen, dass in der „Umgangssprache“ (!) der Begriff heute „meist(!) negativ wertend“ verwendet wird. Kleiner aber feiner und deutlicher Unterschied.

    Das ändert nichts an der Grundbedeutung des Wortes und letztlich auch nichts an meiner Argumentation, die sich natürlich an dem positiv besetzten Begriff der Schriftsprache orientiert.

    Gruß

    Frank

  11. Man muss schon den ganzen Artikel lesen. In Wiki steht:
    „(…) Dabei mag er durchaus vollendete Kenntnisse und Fähigkeiten erlangt haben. Solange er aber die Tätigkeit nicht professionell ausübt, um also seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, oder eine entsprechende, anerkannte Ausbildung absolviert hat, gilt er als Dilettant.(…)“
    Zu meinen Lebzeiten war und ist eine so positive Wertung des Begriffes völlig unüblich.

  12. Tja, dieses Zitat ändert nur leider so gar nichts an den Kernaussagen meines Beitrages. Du magst gern auf den Begriffen herumreiten, wie es dir Spaß macht und bis zu sie zuschanden geritten hast – aber das bringt in der Diskussionen nicht mal einen winzigen Schritt weiter.

    Wenn jemand vollendete Kenntnisse und Fähigkeiten auf einem Gebiet hat, dann kannst du ihm seinen Dilettantismus ob positiv oder negativ verstanden gerne vorwerfen. In der *Sache* ist das jemand, der sich kompetent über ein Thema äußeren kann (z.B. Jazz).

    Forenschreiber (und das sind – nur noch mal am Rande bemerkt die Hörer, Käufer und Konzertbesucher) pauschal und negativ verstanden als Dilettanten abzuqualifizieren ist arrogant und in der Sache falsch dazu.

    Gruß

    Frank

  13. @ Frank + Jazzstinker

    Da die inkriminierte Aussage sich ausdrücklich auf den „Dilettant im Sinne des 19. Jahrhunderts“ bezog, die Antworten den einschränkenden Zusatz aber nicht widerspiegeln, dachte ich, der Link könnte zur Versachlichung beitragen. Hat nicht geklappt.

  14. herrlich, herr nendzDa:
    bingo – eindeutig VOll auf die zwölf…
    und wie immer entsetzlich amüsant!!!
    gruss, a.

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