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Anke Helfrich

Nach ewiger Wartezeit werden wir mit lauter, fast aggressiver Stimme am JFK-Airport begrüßt: „Next, please! Hey, Miss, to the left!“ Ich gebe meinen Zettel ab, der durch Kreuze an der richtigen Stelle belegt, dass ich weder kommunistisch, kriminell oder drogenabhängig bin. Mein ESTA- Formular (Electronic System for Travel Authorization, eine brandneue Schikane für schlappe $ 14, die den Tourismus ankurbeln soll) musste ich vor Reiseantritt im Internet beantragen. Nachdem meine Hände und Augen gescannt sind und ich ein paar Fragen beantwortet habe, darf ich endlich wieder warten – diesmal auf meinen Koffer!

Ich werde abgeholt und auf geht es mit der Subway Richtung Forest Hills/Queens. Nach der langen Reise erhole ich mich bei einem Spaziergang durch den Flushing Meadow Park. Die US Open haben gerade begonnen und man kann die Aufschläge und den Jubel des Publikums hören. Wie sommerlich warm es ist! Morgen ist Labour Day, ein Feiertag, und viele Leute sind in den Park gekommen um zu grillen, haben Instrumente dabei oder spielen American Football (manche sogar Soccer). Das Wahrzeichen der Weltausstellung 1964, die Weltkugel „Unisphere“, ist rundum von einer Fontäne umgeben. Der damals gebaute NY Pavillion wurde als Drehort für Filme wie „Men in Black“ verwendet.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem F-Train nach Coney Island! Wie schön, am Meer zu sein, obwohl der Strand ziemlich überfüllt und schmutzig ist. Trotz der Warnschilder stehen die Angler am Steg Schlange, um in dem trüben Wasser zu fischen. Neben dem Riesenrad und vielen anderen Dingen ist „Shoot the Freak“ eine der Attraktionen des nahegelegenen Jahrmarkts. Die Besucher schießen mit Pistolen auf einen echten Menschen, der sich mit einem Schutzschild gegen die einschlagenden Farbpatronen wehrt. Eltern feuern ihre Kinder an und klatschen Beifall – wow!

In Deutschland käme ich nie auf die Idee, aber hier möchte ich typisch amerikanische Kost probieren und konsumiere im Laufe der nächsten Wochen Burger, Cola, Ice Tea, Häagen-Dazs, Cranberry Juice, Bagel mit Creamcheese und Blueberry Muffins.

Endlich im Village, dem Herzen der Stadt! Ich helfe bei der Valery Ponomarev Big Band aus. Der Großteil der Band besteht heute aus Ersatzmusikern, die wie ich alles vom Blatt lesen müssen. Der Drummer erscheint zwei Minuten vor Konzertbeginn und los geht es mit Arrangements des Bandleaders von Stücken der Jazz Messengers. Eine Herausforderung, ohne Soundcheck und mit diesem Piano – aber ich wusste ja, worauf ich mich einlasse. Danach einen kurzen Abstecher in den Jazzclub Fat Cat, in dem sie die Einrichtung so geändert haben, dass quasi um die Bühne herum Schach, aber auch Billard und Tischtennis gespielt wird! Wie sich das mit einer zart gespielten Ballade vereinbaren lässt, sei dahingestellt!

Ein paar Meter weiter geht man die Treppen zu Smalls hinunter. Inzwischen steht hier ein Flügel und man kann die Konzerte sogar live online verfolgen! Diesen Monat spielen u.a. das Ari Hoenig Trio, der Gitarrist Peter Bernstein, Mark Turner oder das Bruce Barth Trio. Dann die Jazz Gallery in der Hudson Street mit Musikern wie Aaron Parks, Joel Frahm mit dem Kevin Hays Quintet, Adam Cruz, Roy Hargrove oder Miguel Zenon. Mike Sterns Stammclub ist die 55 Bar in der Christopher Street. Hier spielt er montags, wenn er in der Stadt ist, an den anderen Tagen sind es zum Beispiel der Saxofonist Donny McCaslin, Sean Smith oder Dave Liebman.

Weiterhin kann man unzählige kleine Clubs finden wie etwa das Cornelia Street Café, die Zinc Bar auf der Houston, Garage, Bar Next Door oder Jules im East Village. Die berühmtesten Jazzclubs sind wohl das ziemlich touristische Blue Note und das Village Vanguard, wo diesen Monat u.a. das Renee Rosnes Quartet und Paul Motian/Joe Lovano/Bill Frisell spielen. Sonntags kann man in den Gottesdienst der St. Peter’s Church gehen, wo u.a. Jimmy Heath oder Lew Soloff zu hören sind. In Midtown (aber natürlich nicht mehr auf der ehemals so berühmten 52nd Street) ist das Birdland einen Besuch wert! Hier spielen u.a. Leny Andrade, Nicholas Payton oder Gonzalo Rubalcaba und im Publikum finden sich Jazzlegenden wie z.B, George Coleman. Dann natürlich das Iridium, Dizzy’s Club Coca Cola und das Jazz @ Lincoln Center unter der Leitung von Pulitzer-Preisträger Wynton Marsalis, das Kitano oder das recht neue und etwas abseits gelegene Miles Café. Hier habe ich mit dem Gitarristen Bruce Arnold einen Quartett-Gig, auf einem komplett restaurierten Steinway-Flügel von 1888.

Einen Tag verbringe ich im wunderschönen Bronx-Zoo und mache danach einen Abstecher nach Harlem, um dort original Soulfood zu essen. Auf dem Weg dorthin komme ich am weltberühmten Apollo Theater und der Lenox Lounge vorbei, laufe den M. Luther King Drive entlang und passiere den Nat King Cole Walk. Auch noch zu erwähnen ist der Club Smoke, früher Augie’s genannt, in dem früher Musiker wie Larry Goldings und David Berkman regelmäßig für wenig Geld zu hören waren. Heute zahlt man genauso viel wie z.B. im Vanguard, aber man kann dort Jazzgrößen wie Mulgrew Miller aus nächster Nähe erleben.

Neben den ganzen Clubs möchte ich auf alle Fälle auch noch ins Metropolitan Museum und ins Museum of Modern Art (MoMa) – kombiniert mit einem Spaziergang durch NY’s grüne Lunge, den Central Park! Aber jetzt geht es erstmal auf einen kurzen Abstecher nach Miami Beach und in die Everglades!

Ich wünsche euch einen schönen „Indian Summer“!
Bis bald,
Eure Anke

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2 Kommentare zu „Autumn in New York“

  1. Neid.
    In Frankfurt ist’s heute auch noch bewölkt. Lieber schnell zu ner anderen Website weitersurfen, eh‘ sich Depri-Stimmung breit macht …

  2. schön! viel spass dort!

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