Jazz thing präsentiert:

Stop Over 5 – For Young Ears / Stop Over 6 – Large Ensembles

Am Ende geht es dann doch um Politik, um die Sichtbarkeit kultureller Arbeit. Denn hinter den Stop-Over-Kurzfestivals steckt das Zentrum under Construction, als Zwischenhalt auf dem Weg zu einem Zentrum für Jazz und Improvisierte Musik, mit dem die Deutsche Jazzunion, die IG Jazz Berlin und Till Brönner einen Knotenpunkt für die Szene und weit darüber hinaus schaffen wollen.

Kathrin Pechlof (Foto: Paula Winkler)

Da Papier geduldig ist und Konzeptpapiere schon mal in Schubladen liegen bleiben, geht die Initiative den Weg der direkten Ansprache. Man nimmt sich zukünftige Inhalte vor, präsentiert sie exemplarisch und versucht, damit Räume zu öffnen und Perspektiven zu weisen.

Da wäre zum Beispiel die musikalische Vermittlung für Kinder und junges Publikum. Stop Over 5 steht im November 2026 unter dem Motto „For Young Ears“. In einer Vorschlagsphase wurden Musiker/-innen, Musikvermittler/-innen, Dramaturg/-innen, Komponist/-innen sowie interdisziplinäre Teams eingeladen, neue Konzertformate für Kinder zu entwickeln. „Wir waren völlig überrascht, wie viele großartige Ideen bei uns eingingen“, meint Kathrin Pechlof, die sich um Konzept- und Strategieplanung in der Pilotphase des Zentrums under Construction kümmert. „Am Ende hat sich die Jury dann für den Vorschlag von der Saxofonistin Ulrike Schwarz entschieden, die das Thema ADHS und Improvisation in den Mittelpunkt stellt.“

Es wird Workshops mit einzelnen Kindern und Schulklassen im Vorfeld geben, die dann in zwei Konzerttage mit Musiker/-innen, Poet/-innen und einer Clownin im exploratorium berlin münden. Am 22. November 2026 stehen zwei Konzerte für Familien auf dem Plan, am 23. November 2026 sind dann die Schulklassen an der Reihe.

Rebecca Trescher (Foto: Dovile Sermokas)

Stop Over 6 widmet sich dann im Januar 2027 den Large Ensembles, einer enorm vielfältigen Spielart des Jazz. Oft bekommen sie gerade mal Basisförderung und werden dann von den Beteiligten im Modus der Selbstausbeutung geführt. Das kann es aber nicht sein“, erklärt Pechlof. Und deshalb wird „Stop Over 6″ am 26. und 27. Januar 2027 im Werner-Otto-Saal des Konzerthauses drei sehr unterschiedliche Varianten der Large Ensembles und ihrer Komponist/-innen vorstellen.

Da ist zum einen die Spielvereinigung Süd aus Leipzig, die im eher klassischen Bigband-Format Kompositionen der Saxofonistin Rebecca Trescher präsentiert.

Das Berliner AsianArt Ensemble hingegen bringt Streichquartett, Kontrabass und klassische asiatische Instrumente zusammen, stilistisch an der Grenze von Improvisation und Neuer Musik. Stefan Schultze und Wolf Kerschek schreiben eigens Musik, die sie dann zusammen mit Originals des Ensembles umsetzen.

Als Drittes bekommt der Saxofonist Frank Gratkowski eine Carte Blanche, für die er ein Ensemble mit erfahrenen Kolleg/-innen überwiegend aus Köln und Berlin zusammenstellt. Drei Bands also so vielfältig, wie die Musik sein kann. Und drei Ensembles, die zeigen, wie kreativ die Künstler/-innen agieren können, wenn man ihnen Möglichkeiten bietet.

Es gibt so viel zu gestalten. Das Zentrum steht an!

Mehr Infos unter zentrum-under-construction.berlin.

Foto
Paula Winkler, Dovile Sermokas

Veröffentlicht am unter Live things

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