Musik für fortgeschritten Närrische, wenn das keine Höreinladung ist. Das Trio spielte dieses Album spontan im Rahmen einer zweiwöchigen Residenz am MUWO Basel ein. Gitarrist Daniel Bierdümpfl, Flötistin Marina Tantanozi und Schlagzeuger Jakub Švenjar brachten außer ihren Instrumenten (und Stimmen) etliche Effektgeräte, ein Radio und einen No-input-Mixer mit zur Session, sodass es etwas dauert, bis sich individuelle Instrumentalbeiträge als solche identifizieren lassen. Zu Beginn tut das Trio, was frei Improvisierende so machen, im englischen „to fool around“, im Improv-Kontext: Grenzen testen, Möglichkeiten ausloten, Mitspieler herausfordern, gemeinsamen Boden finden. Mit fortschreitender Zeit entstehen dabei Blüten wie „Bag Of Wind“ oder „Distant Jasmin“, in guter Napalm-Death- bzw. Naked-City-Tradition unter einer Minute lang und so dicht und wunderlich, wie es niemand komponieren könnte. „4th Drawer From Above“ löst dann auch auf langer Strecke ein, was diese Miniaturen an Intensität versprechen und ist damit der Höhepunkt der fortgeschrittenen Narreteien.
Text
Eric Mandel
Ausgabe
, Jazz thing 165
Veröffentlicht am 24. Sep 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews