WDR COSMO: Medienrechtliches Gutachten

platzhalter_foto_6Wie wir berichteten, will der Westdeutsche Rundfunk (WDR) zum 1. April 2027 sein interkulturelles Programm COSMO dem Popsender 1LIVE untergliedern, es in eine HipHop-Welle umwandeln und die Sendungen in anderen Sprachen streichen. Dagegen regt sich mit einer Petition seit Mitte Juni breiter Widerstand aus der Zivilgesellschaft. Nun gibt es neue Entwicklungen: Die Neuen Deutschen Medienmacher:innen, führend in der Organisation des Protests, haben von Hubertus Gersdorf der Universität Leipzig ein medienrechtliches Gutachten erstellen lassen. Dieses Gutachten kommt zu dem Schluss, dass eine Umwandlung des Senders gegen das WDR-Gesetz verstöße. Denn COSMO ist beauftragt, sich für alle Altersgruppen „vor allem Themen des interkulturellen Zusammenlebens“ zu widmen. Eine Spezialisierung auf den HipHop würde diesem Auftrag nicht mehr gerecht.

Der WDR hat bereits widersprochen und argumentiert, eine Zielgruppe sei nicht festgelegt, das Programm dürfe frei ausgerichtet werden. Der Sender sieht in einer Einschränkung eine Verfassungswidrigkeit. Das Gutachten wird nun in die Überprüfung durch die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen gehen, die bereits angekündigt hat, dass das Programm sich weiterhin dem interkulturellen Zusammenleben widmen müsse. Zurückgezogen hat der WDR allerdings schon jetzt den umstrittenen Namen 1LIVE Street für das geplante neue Format. Am heutigen 10. Juli gibt es zwischen 18 und 21 Uhr am Kölner Roncalliplatz eine Kundgebung, bei der mit Live-Musik von Patrice, Soufian von der Band Bukahara, Omar Jatta, Fatih Çevikkollu und Tice gegen die weiterhin drohende Eingliederung demonstriert werden soll.

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Neue Deutsche Medienmacher:innen

Text
Stefan Franzen

Veröffentlicht am unter News

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