Gestorben: Totó La Momposina

Totó La MomposinaTotó La MomposinaHeute ist die Musik Kolumbiens auf der ganzen Welt beliebt, von den Pophits Shakiras bis zu den traditionellen afrokolumbianischen Tönen der Karibik- und Pazifikküste. Die Frau jedoch, mit der alles begann, die erste, die die Musik ihres Landes in die Welt getragen hat, war Totó La Momposina. Bereits am 17. Mai ist die Queen of Cumbia im Alter von 85 Jahren gestorben. Geboren wurde sie 1940 als Sonia Bazanta Vides in einem Dorf nahe der Stadt Mompós in eine musikalische Familie. Während ihrer Kindheit herrschte Bürgerkrieg, was dazu führte, dass die Familie nach Bogotá vertrieben wurde. Schon mit acht Jahren trat Totó in der Tanzgruppe ihrer Mutter auf und gründete 1967 ihre eigene Formation, Totó La Momposina y Sus Tambores. Schon damals begann sie mit den Recherchen der unterschiedlichen traditionellen Rhythmen, die am Rio Magdalena beheimatet waren, unter ihnen die Cumbia, der Chandé, Mapalé, Fandango, Porro, Puya und Bullerengue. Diese setzte sie mit kraftvollem Gesang und einem farbenprächtigen Auftreten in Szene. Die kolumbianische Musikindustrie mit ihrem Fokus auf dem international erfolgreichen Salsa interessierte das damals nicht.

Der Erfolg kam über das Ausland, 1974 trat sie in der Radio City Music Hall in New York auf. In den 1980ern siedelte Totó La Momposina nach Paris über, da sie aufgrund ihrer linken Einstellungen auf einer schwarzen Liste der Regierung stand. In Paris entstand 1984 auch ihr Debütalbum „Colombie“. 1991 nahm Real World sie unter Vertrag, wo zwei Jahre später ihr Meilenstein „La Candela Viva“ erschien, der ihr den endgültigen Durchbruch ermöglichte. Sie bekam nun die Möglichkeit, durch die ganze Welt zu touren, spielte etliche weitere Alben ein und erhielt zwei Latin Grammys. Bis in den HipHop schaffte es ihre Musik, dank Samples von Timbaland, Jay-Z und 50 Cent.  2022 gab sie bekannt, an Alzheimer zu leiden und zog sich zurück. Real World-Gründer Peter Gabriel würdigte sie wie folgt: „Sie hat die Bühne stets mit ihrer Herzlichkeit, ihrem musikalischen Können und dieser außergewöhnlichen Stimme zum Strahlen gebracht.“ Und ihre junge Landsfrau Li Saumet von Bomba Estéreo betont, dass Totó ihr den Weg geebnet habe: „Sie hat uns gezeigt, unsere Wurzeln ohne Angst anzunehmen und sie stolz mit der Welt zu teilen.“

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Totó La Momposina

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Stefan Franzen
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