Gent: Jazz Festival

Ravi ColtraneRavi ColtraneIm belgischen Gent beginnt am 2. Juli das jährliche Gent Jazz Festival. Was 2001 als Blue Note Festival begann und seit 2008 seinen heutigen Namen trägt, hat sich zu einem zehntägigen Musikfest entwickelt, das den stilistischen Rahmen elegant über den Jazz hinaus dehnt und damit jährlich ca. 35.000 Besucher:innen anzieht. Schauplatz ist De Bijloke, ein ehemaliges Krankenhaus aus dem 13. Jahrhundert, wo eine Haupt- und eine Gartenbühne bespielt werden. Tickets gelten jeweils für einen der Festivaltage, die mit Gespür für interessante Konstellationen und reizvolle Kontraste kuratiert werden. Außer Jazz ist dabei auch Musik aus den Bereichen Soul, R&B vertreten, sowie eine gesunde Dosis anspruchsvoller internationaler und dabei nicht zuletzt afrikanischer Popmusik.

Der Eröffnungsabend steht im Zeichen des 100-jährigen Doppelgeburtstags von Miles Davis und John Coltrane: Ihnen zu Ehren präsentieren Trompeter Terence Blanchard und Saxofonist Ravi Coltrane auf der Mainstage ihr Programm „Celebration“, gefolgt vom nicht minder altehrwürdigen Sun Ra Arkestra, Stanley Clarkes N*4Ever sowie als Vertreterin der neuen Generation der Saxofonistin Lakecia Benjamin. Zu den weiteren Hochkarätern des Jazz-Programms gehören am 10. Juli das Charles Lloyd Quartet, aktuelle Projekte von Saxofonist Shabaka und Schlagzeuger Nate Smith sowie Star-Bassist Marcus Miller, der mit „We Want Miles“ eine weitere Hommage an den Jahrhunderttrompeter präsentiert. Das belgische Quartett Ola Tunji dagegen verneigt sich am selben Abend vor John Coltrane.

Bereits ausverkauft sind die Festivaltage, an denen Popstars wie Suzanne Vega (4.7.) oder das Patti Smith Quartet und Yasmine Hamdan (9.7.) spielen. Für den ebenfalls bereits ausverkauften 15. Juli mit unter anderem Ludovico Einaudi, Ballaké Sissoko und Allessandro „Asso“ Stefana wurden bereits Extra-Shows am Vortag angesetzt. Für den lose um US-Roots-Musik kreisenden Dienstag (7.7.) mit Van Morrison, Axelle Red und der Südstaaten-Soulfamilie Annie & The Caldwells gibt es noch Karten. Als stabiles musikalisches Programmstandbein erweist sich auch in diesem Jahr afrikanische und weltweite Fusionmusik, mit Konzerten von Sissoko, Fatoumata Diawara und der elektrischen Gnawa-Fusion von Bab L’Bluz.

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Gent Jazz Festival

Text
Eric Mandel
Foto
Erin O'Brien

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