Ein „ganzes Jahr voller neuer Musik, Live-Begegnungen und Überraschungen“ stellt Joo Kraus anlässlich seines 60. Geburtstags im November in Aussicht. Der buchstäblich erste Streich ist die Veröffentlichung eines Albums mit den Streichern des Philharmonischen Kammerorchesters Ulm. Gemeinsam mit einer Rhythmusgruppe um Ulf Kleiner am Fender Rhodes entstehen auf „Somewhere Out There“ cineastische Klangbilder zwischen klassischer Finesse, zu Tränen rührender Melancholie und trockenen Grooves. Neben geschmackvoll arrangierten Popnummern wie „Englishman In New York“, dem von Prokofjew inspirierten „Russians“ oder „Beat It“ stehen unter anderem auch die zarte Miles-Davis-Verbeugung „Quiet Miles“ oder Ravels „Pavane für eine verstorbene Prinzessin“ auf dem Programm. Da kann Kraus sein lyrisches Potenzial im intimen Zusammenwirken mit den Ulmer Streichern voll ausspielen – sein erstes Geburtstagsgeschenk macht sich der Trompeter in diesem Jahr also selbst.
Text
Josef Engels
Ausgabe
, Jazz thing 163
Veröffentlicht am 04. Mai 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews