Julia HülsmannDie Pianistin Julia Hülsmann wird 2026 mit dem Jazzpreis Berlin ausgezeichnet. Der Preis wird seit 2017 vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und dem Land Berlin verliehen, ist allerdings statt wie im Vorjahr mit 15.000 Euro erstmals mit nur 7.000 Euro dotiert. Die Pianistin ist die zehnte Preisträgerin. Nominiert waren außerdem Kalle Kalima (Gitarre), Julie Sassoon (Klavier), Fabiana Striffler (Violine) und das Moses Yoofee Trio. Hülsmann, geboren 1968 in Bonn, studierte an der Berliner Hochschule der Künste bei Aki Takase, Walter Norris und David Friedman und gründete 1996 ihr erstes Trio mit Marc Muellbauer (Bass) und Rainer Winch (Schlagzeug). Ihr Debütalbum „Trio“ erschien 2000 auf BIT. Seitdem hat die Pianistin Alben auf den renommierten Labels ACT und ECM veröffentlicht und sich dabei, nicht zuletzt durch musikalische Bearbeitungen literarischer und lyrischer Texte, beispielsweise auch der Musik des Songwriters Randy Newman hervorgetan. Ihr Trio erweiterte sie 2012 zum Quartett; sie arbeitete außerdem mit Vokalist/-innen wie Rebekka Bakken, Anna Lauvergnac, Roger Cicero und Judy Niemack und den Saxofonistinnen Meike Goosmann und Angelika Niescier.
In der Begründung der Jury heißt es: „Julia Hülsmann verbindet viele Szenen und öffnet sich nach vielen Seiten. Sie spricht in einer sanften und insistierenden Art ein Publikum auch weit jenseits der Jazz-Bubbles an. Ihre Kompositionen verbinden sich mit Literatur und anderen Kunstformen und behalten dabei immer eine Leichtigkeit. Als Lehrende fördert sie die junge Generation und als engagierte Musikerin hat sie sich auch in mehreren Gremien für die Besserstellung von Jazzmusiker/-innen eingesetzt. Ihre Strahlkraft wirkt weit über den Berliner Raum hinaus.“ Die Jury setzte sich zusammen aus Marie Blobel (Jazzwerkstatt Peitz), dem Vibrafonisten und Komponisten Oli Bott, ACT-Chef Andreas Brandis, der Journalistin Victoriah Szirmai, sowie Dirk Hühner vom rbb und, ohne Stimmrecht, Claudia Schurz von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Verleihung findet im Rahmen eines Preisträgerinnenkonzerts am 16. Juni im Kleinen Sendesaal des rbb statt, das auch live auf radio3 übertragen wird.