FieldworkBeim Festival Acht Brücken - Musik für Köln: das Trio FieldworkFür das Festival Acht Brücken – Musik für Köln hat man John Cage als thematische Klammer ausgewählt. Vom 29. April bis zum 6. Mai will man der Bedeutung dieses amerikanischen Komponisten, der im September 100 Jahre alt geworden wäre, auf die Spur kommen. Obwohl Cage in seinem kompositorischen Schaffen zwar auch mit „Improvisation“ experimentierte, so stand er der „swingenden“ Improvisationsmusik seiner Heimat stets kritisch gegenüber. Doch die Festivalmacher haben in den USA nach Musikern und Orten gesucht, die zwar in der Jazztradition verwurzelt sind, aber sich dennoch dem Spirit von Cage verbunden fühlen. John Zorns New Yorker Spielstätte The Stone ist ein solcher Ort mit Laborcharakter, in dem Musiker zusammenkommen, die nach neuen, oft auch ungewöhnlichen Wegen forschen.

Wie das Trio Fieldwork beispielsweise. Pianist Vijay Iyer, Saxofonist Steve Lehman und Schlagzeuger Tyshawn Sorey suchen nach einer musikalischen Avantgarde für das 21. Jahrhundert. Man stellt andere Bezüge als üblich zwischen den Gattungen und Genres her und legt neue Rahmenbedingungen fest, damit Neue Musik, HipHop und Free Jazz, ethnische Musik, Folklore und Modern Jazz gleichberechtigt miteinander existieren können – am 4. Mai im Kölner Stadtgarten. Zwei Tage zuvor kommt ein weiteres, nicht alltägliches Trio aus New York in den Stadtgarten. Der Trompeter Peter Evans, die Gitarristin Mary Halvorson und der Drummer Weasel Walter heben die üblichen Parameter improvisierter Musik auf: Sounds ad hoc so zu verdichten, dass Tonhöhen hinter dem eigentlichen Klangereignis verschwinden, Rhythmen so zusammenzuballen, dass sie nur als untergründiges Pulsieren wahrzunehmen sind, lineare Prozesse so zu stauchen, dass vertikale Strukturen hörbar werden.

„Klassischen“ Jazz amerikanischer Prägung gibt es auch: So hat sich Trompeter Randy Brecker mit dem Saxofonisten Chris Potter zusammengetan, um zusammen mit der WDR Big Band die Ursprünge des Modern Jazz im Hardbop und Soul-Jazz der 1950er und ’60er offenzulegen – am 28. April in der Kölner Philharmonie. Auch in die Philharmonie kommt der E-Bassist Marcus Miller, der am 3. Mai mit seiner neuen Band Jazz mit Funk, Soul und Pop fusioniert. Natürlich ist die Kölner Szene im Festivalprogramm präsent: jeden Abend ab 22 Uhr im Festivalzelt im Rheingarten gleich neben der Philharmonie, unter anderem mit der Perfect Brass Band (mit Matthias Schriefl auf dem Sousafon), dem Offshore Quintet und Leonhard Huhn’s Baldiosur.

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

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