Steen Rasmussen feat. Josefine Cronholm
Amanhâ I Morron Tomorrow
(Calibrated/Soulfood)
Der Hang der europäischen Nordlichter zur brasilianischen Musik ist schon bemerkenswert. Jetzt hat sich auch der dänische Pianist Steen Rasmussen als heißblütiger Brasil-Liebhaber geoutet. Zusammen mit der schwedischen Sängerin Josefine Cronholm und einem Jazzquartett spielte er Lieder aus dem brasilianischen Songbook ein, wobei er unter die zwölf Songs auch drei eigene geschmuggelt hat. Dabei ist der muntere Opener „Mas Que Nada“ noch am schwächsten, weil arg vorhersehbar geraten. Später allerdings folgen einige Großtaten: Da wäre die sensible Lesung von Antônio Carlos Jobims Klassiker „Triste", die zurückhaltende Fassung von Luiz Bonfás „Manhâ de Carnaval", die Rasmussen und Cronholm weitgehend im Duett bestreiten, und die ausufernde Version von Edu Lobos „Zanzibar", in der Fredrik Damsgaard erst einmal auf dem Bass das Thema einführt und Cronholm sich danach aufregende Duelle mit der Posaunistin Lis Wessberg liefert. Und da Frau Cronholm in drei Sprachen singt, ergibt auch der dreisprachige Albumtitel Sinn.
Rolf Thomas, Jazz thing 85
|