Simon Phillips

Protocol II

(Phantom/in-akustik)

Simon Phillips – Protocol II (Cover)Alle Zweifel an Sinn und Zweck von Fusion heute fegt Kraftpaket Simon Phillips mit dem Opener „Wildfire“ hinweg, zu dem Andy Timmons eine brettharte Gitarre beisteuert. Der britische Schlagzeuger hatte einfach mal wieder Bock auf ein eigenes Projekt und diesen Spaß an der Freud‘ hört man „Protocol II“ (das im Titel Bezug nimmt auf Phillips‘ erste Soloplatte, die vor 25 Jahren erschienen ist) auch an. Keyboarder Steve Weingart und Bassist Ernest Tibbs vervollständigen das Quartett, das keineswegs durchweg Vollgas gibt, auch „besinnlichere“ Titel wie „Moments of Fortune“ klingen druckvoll. Der langjährige Toto-Schlagzeuger, der im Jazz zurzeit vor allem im Trio der japanischen Pianistin Hiromi für Furore sorgt, ist ein Equipment-Fuchs und weiß, wie man ein Drum-Set so abmischt, dass es immer voll und rund klingt. Wer süffigen Keyboardschwaden und jaulenden E-Gitarren nichts abgewinnen kann, liegt hier definitiv falsch – alle anderen sollten ruhig mal ein Ohr riskieren.

Text
Rolf Thomas
, Jazz thing 106

Veröffentlicht am unter Reviews
Trackback URL: https://www.jazzthing.de/review/simon-phillips-protocol-2/trackback/

CLOSE
CLOSE