ELBJAZZ 2018

Max Cooper

Tileyard Improvisations Vol. 1

(Gearbox/gearboxrecords.com)

Max Cooper – Tileyard Improvisations Vol. 1 (Cover)Das Londoner Gearbox-Label macht seit einer Weile mit qualitativ hochwertigen Vinyl-Re-Issues mit hohem Nerd-Faktor auf sich aufmerksam, doch auch bei aktuellen, hauseigenen Produktionen lohnt das Hinhören: Zum Beispiel die als Serie angelegten „Tileyards Improvisations“ von Max Cooper. Der ist zuständig für „Beats“, aber todsicher auch für die Zusammenstellung des Personals: Dazu gehören Trompeter und Flügelhornist Quentin Collins sowie Sängerin Kathrin de Boer. Methodisch durchmisst das Quintett dabei in vier Momentaufnahmen ein weites Spektrum: Der Eröffnungstitel „Chronology“ ist noch nah am Song gebaut, „Dusk Mass“ dagegen ist eine schwebende Flügelhorn-Improvisation ohne Beat, aber auch ohne viel Belang. Auf der B-Seite entschädigt uns dafür „Theatre Of The Absurd“, ein Kräftemessen zwischen instabilen Beats, Science-Fiction-Sound-Design und menschlicher Stimme, sowie eine sphärische Coda, in der sich Collins und de Boer gemeinsam in eine schimmernd-retrofuturistische Sphäre aufschwingen. Volume 1 macht durchaus neugierig auf weitere Experimente von digitaler Klangerzeugung und ihrer analog-humanen Weiterverarbeitung zu Momenten spröder Schönheit.

Text
Eric Mandel
, Jazz thing 108

Veröffentlicht am unter Reviews
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