ELBJAZZ 2018

Joy Denalane

Maureen

(Nesola/Sony)

Joy Denalane - MaureenDass die Berlinerin auf ihrer dritten Scheibe eine Synthese aus Old School und Nu Soul baut, ist nur logische Konsequenz aus ihren beiden Erstwerken. Doch auch Logik kann mitreißen und voller Überraschungen stecken. Zuerst mal ist zu konstatieren, dass Denalane wieder auf Deutsch reimt – und damit liefert sie gleich in der Eröffnungs-Single „Niemand“ auf den Punkt gebrachte Appelle à la Curtis Mayfield, in dessen vokale Rolle der Ex-Ex Max Herre schlüpft. Auch „Wo wollen wir hin von hier?“ verweist mit prachtvollen, panoramahaften Bläsern und Streichern an den Altmeister aus Chicago. Überhaupt sind es immer wieder kleine Arrangementdetails, oft gezaubert von Philly-Dirigent Larry Gold oder Bilal-Produzent Steve McKie, die begeistern: Clever verquickt man in „Nie wieder, nie mehr“ ein tickendes Motown-Piano mit HipHop-Grundierung, in der Ballade „Bin und bleibe dein“ stürzt ein Tastenwasserfall als Sample hinein. Die einfallsreiche Textur zwischen Synths und Strings fängt auch so manche, allzu persönlich von Liebeswirren beichtende Passage auf. Stets über alle Zweifel erhaben ist Denalanes Stimme, die an selbstbewusster Brillanz und seelenvoller Wendigkeit noch mal gewonnen hat. Und gegen Ende dann das Masterpiece: „Rosen“ – eine großartige Hymne an die Ladys mit einem von der Orgel angeschobenen Groove und zwischen Dur und Moll schillerndem Chor.

Text
Stefan Franzen
, Jazz thing 89

Veröffentlicht am unter Reviews
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