Toumani Diabaté – Kôrôlén

Hasaan Ibn Ali

Metaphysics: The Lost Atlantic Album

(Omnivore/Bertus)

Hasaan Ibn Ali – Metaphysics: The Lost Atlantic Album (Cover)1964 nahm Max Roach für Atlantic Records das Album „The Max Roach Trio Featuring The Legendary Hasaan“ auf. Ein paar Monate später hatte der von Elmo Hope geprägte Pianist dann die Möglichkeit, für Atlantic ein eigenes Album einzuspielen. Als es für die Veröffentlichung abgemischt werden sollte, wurde Hasaan Ibn Ali wegen Drogenbesitzes verhaftet und die Plattenfirma legte die Bänder auf Eis. Einige Jahre danach verbrannten diese in einem Lagerhaus, aber Gerüchte kursierten, dass es eine Kopie gäbe. Doch die blieb lange verschwunden, bis sie kürzlich wiedergefunden wurde. Restauriert und gemastert kann diese lediglich zweite bekannte Einspielung des lange unterbewerteten Pianisten nun in bester Klangqualität gehört werden. Alis Begleiter dabei sind Saxofonist Odean Pope, Drummer Kalil Madi und Bassist Art Davis. Zwar hatte der Pianist den Ruf, ein bisschen obskur und abgehoben zu sein. Aber Pope sagte über Ali, dass er der fortschrittlichste Spieler der Ostküste sei. Und so klingt diese Platte auch: Alis schnelles und intensives Spiel und die glühende Musik sind drängend, kollektiv lebendig, voller organisierter Dialoge, oft erstaunlich melodisch. Damit ist „Metaphysics“ ein wunderbares Beispiel musikalischer Sequenzierung, immer durchsetzungsstark und ohne jede Bremse.

Text
Olaf Maikopf
, Jazz thing 138

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