Gianluigi Trovesi & Gianni Coscia

La Misteriosa Musica Della Regina Loana

(ECM/Universal)

Gianluigi Trovesi & Gianni Coscia – La Misteriosa Musica Della Regina Loana (Cover)Dass zwei der bedeutendsten Jazzmusiker Italiens hier Umberto Eco ein musikalisches Denkmal bauen, hat seinen ganz bestimmten Grund. Der 2016 verstorbene Autor von Bestsellern wie „Der Name der Rose“ stand dem Altsaxofonisten und Klarinettisten Gianluigi Trovesi zeitlebens nah, mit dem Akkordeonisten Gianni Coscia war er sogar seit Kindesbeinen befreundet. Also erinnern sich beide an viele gemeinsame Momente und schrecken erfreulicherweise auch nicht davor zurück, völlig vom Populismus zerfledderten Themen wie „As Time Goes By“, „Moonlight Serenade“, „Basin Street Blues“ oder die Partisanenhymne „Bella Ciao“ (versteckt in „Gragnola“) ihren früheren Glanz wiederzugeben. Dabei besticht vor allem die Leichtigkeit der älteren Herren, ihre unbefangene, vorurteilsfreie Herangehensweise ganz im Sinne des gemeinsamen Kameraden, dem sie neben zwei Namenstiteln auch noch Coscias und Ecos Jugendstück „Interludio“ widmen. „Die geheimnisvolle Musik der Königin Loana“ (angelehnt an einen Romantitel) steht für das alte, das gastfreundliche, tolerante und weltoffene Italien. Wichtig, daran und auch an den großen Umberto Eco zu erinnern.

Text
Reinhard Köchl
, Jazz thing 130

Veröffentlicht am unter Reviews

Nosferatu