FUSK

Super Kasper

(WhyPlayJazz/whyplayjazz.de)

Die Referenzen verheimlicht das Berliner Quartett FUSK um den dänischen Schlagzeuger und Komponisten Kasper Tom Christiansen gar nicht erst. Deutlich lassen sich auf diesem zweiten Album etwa Spuren von Eric Dolphy vernehmen – nicht nur, weil Rudi Mahall hier mit ungezügeltem, nasal-scharfen Ton Bassklarinette spielt. Mit dem Saxofonisten Philipp Gropper liefert er sich einen aufgeregten Dauerdialog, in dem sich beide Spieler umkreisen, aufeinander einschnattern oder sich auf gemeinsame Melodien einigen. Die Rhythmusfraktion kommentiert das Zwiegespräch höchst lebendig und mischt sich ein. FUSK (vierter im Bude ist der Bassist Andreas Lang) holt die wilden 1960er-Jahre in die turbulente Jetztzeit, zeigt, wie fließend die Grenzen zwischen frei Improvisiertem und Notiertem sein können. Trotz aller Retro-Tendenzen klingt die Musik dieses Vierers unverbraucht, frisch, aufregend. Übersetzt heißt „Fusk“ übrigens zu viel wie „Pfuschen“. Doch davon kann auf dieser CD nicht die Rede sein.

Text
Ssirus W. Pakzad
, Jazz thing 99

Veröffentlicht am unter Reviews
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