Raphael WressnigRaphael Wressnig

Es kommt nicht häufig vor, dass Jazzmusiker aus Europa in den amerikanischen Jazzmedien Beachtung finden. Umso mehr verwundert es, dass ein 1979 in Österreich geborener Hammond-Spieler gleich viermal die Kategorie „Best Organ Player“ im „Critics Poll“ des altehrwürdigen Downbeat Magazine für sich entscheiden konnte. Raphael Wressnig ist das geglückt – nämlich 2013, '15, '16 und '17. Und das mit einer Musik, wie sie uramerikanischer nicht sein kann: ein Mix aus Jazz, Soul und Funk plus einem Schuss R&B, wie er typisch und üblich ist in New Orleans.

Als Wressnig mit Anfang 20 die Szene in Österreich betrat, horchte man sofort auf: ein junger Hammond-Spieler, der ungeheuer swingen und grooven konnte, der sein Instrument gleichermaßen fauchen und schnurren ließ – und der jeden Saal zum Toben brachte. Organic Trio nannte er augenzwinkernd die Band, mit der er 2002 sein Debüt „Manic Organic“ herausbrachte und lange Zeit kontinuierlich zusammenarbeitete. Schon bald wurde man auch in den USA auf den jungen Burschen aufmerksam. Nachdem Wressnig mit der Band des Bluesgitarristen Larry Garner getourt hatte, kamen viele Angebote zur Zusammenarbeit mit amerikanischen Bluesmusikern – wie beispielsweise Walter Wolfman Washington, Louisiana Red und Mike Welch. Doch aller Umtriebigkeit zum Trotz (Wressnig war auch in Jazzkreisen ein gern und oft gesehener Gastmusiker), seine Karriere als Solokünstler blieb im Fokus seines Interesses – vor allem mit eigenen Triobesetzungen.

Mit seinem funky-druckvollem und stets so groovendem Spiel auf der Hammond-Orgel wird Wressnig mit seiner Soul Gift Band am 30. September der Opener für unser Festival „25 Jahre Jazz thing – Alive & Kicking“ sein – und dem Beinamen „Alive & Kicking“ alle Ehre machen.

Weiterführende Links
„25 Jahre Jazzthng: Alive & Kicking“

Raphael Wressnig @ 25 Jahre Jazz thing (Screenshot)

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Mirjam Koch, Screenshot YouTube

Veröffentlicht am unter News

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