ELBJAZZ 2018

Lisa Bassenge

Liebe Freunde der gepflegten U-Musik,

unter Musikern kursieren ja immer so Stories, wer wann was gemacht hat und wer was zu wem gesagt hat und so weiter. Genau wie in der Restwelt wird auch in der Musikwelt viel geklatscht und getratscht. Für mich super, weil ich kein Gerücht auslasse und es einfach nur liebe, mir das Maul zu zerreißen. Kann man ja ruhig mal zugeben. Sozusagen aus der Schwäche eine Stärke machen durch offensiven Umgang damit. (Also mit der Schwäche, meine ich. Egal.)

Als ich letztlich mit meiner Band ein paar Tage auf Schloss Elmau verbrachte, von wo wir alle frisch und munter sozusagen „elmauisiert“ zurückkehrten, habe ich eine dieser Geschichten gehört, die ich dir, geneigter Leser, nicht vorenthalten will, da sie auch mit Pipi und Kacka zu tun hat und das ist ja (seit Charlotte Roche) das neue Thema im deutschen Feuilleton und somit auch im Jazz.

Aaaalso: Man stelle sich vor: Eine Band kommt für Aufnahmen zusammen, sagen wir ein Quartett: Klavier, Schlagzeug, Bass und Saxofon (Instrumente geändert), und einer der Instrumentalisten, sagen wir der Schlagzeuger, fühlt sich bei einem seiner Soli nicht genug herausgestellt. Daraufhin entbrennt ein Streit zwischen den Musikern, woraufhin der Schlagzeuger dem Saxofonisten eine verpasst. Da das alles in Amerika passiert, wird der Schlagzeuger sofort verklagt und muss eine nicht unbeträchtliche Geldstrafe zahlen. Trotzdem kommt die CD auf den Markt und gelangt auch in die Hände des Schlagzeugers, der erkennen muss, dass sein Name zu seiner zusätzlichen Demütigung auf dem Cover falsch geschrieben ist.

Und jetzt kommt’s: Von Rachefantasien geplagt verbringt der Schlagzeuger schlaflose Nächte, und in ihm reift ein dunkler Plan. Genauer gesagt, ein Plan in Dunkelbraun. Er kauft einen Karton, kackt hinein, steckt die CD in den Haufen und versendet das Ganze schön verpackt an den Saxofonisten.

So, das war’s schon. Eigentlich gar nicht so wahnsinnig toll, die Geschichte. Wenn man sie so aufgeschrieben liest. Aber als ich sie von meinen Bandkollegen hörte, habe ich sehr gelacht. Und wenn du, geneigter Leser, irgendwelche Ideen zur Ausschmückung und somit Aufwertung der Story hast, dann schick doch einen Kommentar.

Was gibt’s noch? Fragen wir Paul. Paul sagt: „Schreib doch noch über Backstage-Räume!“ – „Ja, aber was soll man denn über Backstage-Räume schreiben?“, frage ich. „Stimmt“, sagt Paul, „eigentlich gibt es nicht viel über Backstage-Räume zu erzählen.“ – „Gut, dann lass uns auf den Regen warten.“

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