Gestorben: Mighty Sparrow

Zwei Jahre nach seinem Wettbewerbs-Debüt gewann er mit seinem Titel „Jean and Dinah“ die zwei wichtigsten Konkurrenzen, „Carnival Road March“ und „Calypso Monarch“, deren Ranglisten er für die folgenden Jahre dominieren sollte. Zwei Mal errang er zudem den Titel „King of Kings“. Nachdem er den Wettbewerben den Rücken gekehrt hatte, nahm er weiterhin etliche Singles und Alben auf und blieb sowohl in Trinidad und Tobago als auch in der Diaspora in Großbritannien und den USA als Live-Act erfolgreich. Als junger Mann ein Verfechter der Unabhängigkeit vom britischen Empire, engagierte sich Sparrow politisch auf Seiten des linken Politikers und ersten Premierministers von Trinidad und Tobago, Eric Eustace Williams. Auch in seinen Texten nahm er kein Blatt vor den Mund. In der Calypso-Tradition, jede Zeitungsmeldung zum Anlass für einen Song zu nehmen, thematisierte er die Tagespolitik in Trinidad und Tobago ebenso wie Geo-Politik und Cricket-Matches, aber auch in seinen grellsten Songs über Sex oder Kannibalismus steckte oft ein kritischer Kern.
Die Transition vom Calypso zum Soca überlebte Sparrows Karriere als Live-Entertainer und Autoritätsfigur unbeschadet, auch als die Plattenverkäufe international zurückgingen. In den 1980er-Jahren wurde New York zu seiner zweiten Heimat und Inspiration für neue Songs. Mehr als 700 Calypsos stammen aus seiner Feder, und mehr als 70 Alben finden sich in seiner Discografie. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen und Ehrenwürden gehören der „Order of the Republic of Trinidad and Tobago“ und ein „Order of the British Empire“. Gesundheitliche Probleme konnte er zweimal überwinden und mit erneuten Bühnen-Comebacks feiern. Mighty Sparrow starb am 27. September in New York, er hinterlässt eine Ehefrau und neun Kinder.





