review plus: Eve RisserEve Risser

Eve Risser ist längst keine Unbekannte hierzulande. Schon vor einer Weile trat die 1982 im französischen Elsass geborene Pianistin im Duo mit der japanischen Schlagzeugerin Yuko Oshima als Donkey Monkey beim moers festival auf und begeisterte mit einer ausdifferenzierten, teils frei improvisierten Kammermusik das Publikum. Vor allem aber die fünf Jahre in der französischen Kaderschmiede, dem Orchestre National De Jazz, ließen ihren Ruf als eine mit allen improvisatorischen Wassern gewaschene Jazzmusikerin auch außerhalb ihres Heimatlandes wachsen: mit ihrem delikaten Anschlag, ihrem untrüglichen Gespür für dynamische Prozesse und ihrem intuitiven Erfassen vielfältiger musikalischer Situationen.

2015 gründete Risser mit Hilfe der beiden französischen Festivals Banlieues Bleues und Jazzdor Strasbourg ihr zehnköpfiges White Desert Orchestra, gleichsam als orchestrale Erweiterung der spielerischen und klanglichen Möglichkeiten des Klaviers: „Zehn Finger, zehn Musiker“, sagt sie lakonisch. Auf dem gerade erscheinenden Debüt „Les Deux Versants Se Regardent“ (Cleanfeed/NRW) demonstriert Risser nun auch ihre Klasse als Komponistin und Bandleaderin. Sie arbeitet oft mit den polyphonen Möglichkeiten, die ihr diese Kammerorchesterbesetzung bietet, und schiebt die zehn Stimmen der Instrumentalisten zu sich stets wandelnden, hochenergetischen Klangballungen in- und übereinander.

Die neun Originalkompositionen der Pianistin sind inspiriert durch die Naturerfahrungen, die Risser unter anderem in den Canyons der US-Bundesstaaten Arizona und New Mexico gemacht hat: „Ich wollte diese Spannung, die zwischen den Canyons vibriert, in Musik umsetzen. Es hat mich geradezu geschockt. Diese großartigen Orte, wo die Erde ihre alten Wunden offenbart.“ Natürlich ist die CD Les Deux Versants Se Regardent von Risser und ihrem White Desert Orchestra ein passender Kandidat für „review plus“. Aus dem Album gibt es den Track „Earth Skin Cut“ als Stream zum Hören ebenso wie zum „Free Download“.

Weiterführende Links
„Earth Skin Cut“

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Veröffentlicht am unter News, plus
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