Seit den mittleren 1960ern lebte der Pianist in München, unternahm von dort Tourneen quer durch Europa und machte auch Aufnahmen für hiesige Label wie Saba oder enja. 1975 war Waldron mal wieder in Paris, um dort unter der Regie des Produzenten Pierre Jaubert ins Studio zu gehen. Dabei entstand „Candy Girl“ mit einer für Waldron untypischen Besetzung, nämlich Mitgliedern der damals sehr aktiven Funk-Soul-Formation Lafayette Afro Rock Band. Tatsächlich funktioniert die rhythmische Intensität des Modern-Jazz-Pianisten hervorragend zu deren rohen Funk-Grooves. Waldron spielt hier ein grandios perlendes E-Piano, um das sich Bass, Schlagzeug und Clavinet der 1970 nach Frankreich übergesiedelten New Yorker Funkband sehr groovy schlingen. Lange galt das Album bei Jazzsammlern wegen seiner hypnotischen, breaklastigen Texturen als „Heiliger Gral“. Von Strut wurde diese lange verborgene Begegnung, behutsam remastered und mit einem neuen Begleittext versehen, nun wieder ins Licht gerückt.
Text
Olaf Maikopf
Ausgabe
, Jazz thing 161
Veröffentlicht am 05. Jan 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews
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