Manchmal passiert es bei Konzerten, dass Eivind Aarset so richtig aus sich heraus geht. Dann verliert er seine dynamische Vorsicht und lässt Klanggebirge wachsen, monumentale Drones oder wuchtige Eruptionen mit driftenden Sounds. „Strange Hands“ erinnert ein wenig an diesen Esprit des Post-Rocks, auch wenn der Höreindruck im Studio klarer und ausgewogener wirkt als eine Bühnenexplosion. Aarsets Gitarre bleibt dabei ein präsenter und umrahmender Klangerzeuger, der von sanften Akkorden bis knarzenden, lärmenden Momenten sehr Unterschiedliches anstimmt. Die Schlagzeuger Erland Dahlen und Welte Holte sorgen für volltönenden Rhythmus-Flow, Bassist Auden Erliens Tiefenfundament, außerdem ein wenig Geige, Flöte und reichlich Studiotechnik vervollständigen die Klanglandschaften. „Strange Hands“ wirkt damit zugänglicher als frühere Quartettalben Aarsets wie ein episch rockender Soundtrack ohne filmische Fesseln.
Text
Ralf Dombrowski
Ausgabe
, Jazz thing 163
Veröffentlicht am 07. Mai 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews