Guggenheim-Fellow: Ingrid Laubrock

Ingrid LaubrockIngrid LaubrockSeit 1925 vergibt die US-amerikanische John Simon Guggenheim Memorial Foundation jedes Jahr ihr Guggenheim Fellowship. Dieses renommierte Stipendium wendet sich an Wissenschaftler/-innen und Künstler/-innen aller Genres nicht nur aus den USA, sondern aus ganz Nord- und Südamerika. Als Berufstätige sollen diese über eine große Expertise verfügen und in der Mitte ihrer Laufbahn angekommen sein. Gefördert werden die Stipendiat/-innen in der Regel zwischen sechs und zwölf Monate lang, in dieser Zeit können sie sich ganz auf ihre Arbeit als Wissenschaftler/-in oder Künstler/-in konzentrieren. Kürzlich hat man die „Guggenheim-Fellows“ 2026 bekannt gegeben. Im Bereich „Music/Composition“ sind auch diesmal wieder vier Improvisationsmusiker/-innen gelistet. Neben Jon Irabagon (Saxofon), James Brandon Lewis (Saxofon) und Linda May Han Oh (Bass) darf sich auch die seit 2008 in Brooklyn, New York, lebende Saxofonistin Ingrid Laubrock über das Guggenheim-Stipendium freuen.

Laubrock, 1970 in Stadtlohn im Münsterland geboren, ging nach ihrem Abitur nach London, wo sie sich autodidaktisch das Saxofonspielen beibrachte und zeitweise als Straßenmusikerin ihren Lebensunterhalt verdiente. Doch bald schon machte sie sich in Großbritannien einen Namen als kreative Improvisationskünstlerin, wirkte im Londoner Kollektiv F-IRE mit und spielte im Duo mit Liam Noble. Mit diesem Pianisten nahm sie „Sleepfire“ mit ihrem späteren Ehemann auf, dem Schlagzeuger Tom Rainey aus Brooklyn. Seit ihrem Umzug in die USA hat die Saxofonistin gut 30 Alben unter eigenem Namen auf der Habenseite, als Leaderin stand sie Bands wie Anti-House oder Paradoxical Frog vor und als Saxofonistin arbeitete sie unter anderem mit Anthony Braxton, John Zorn, Dave Douglas, Jason Moran, William Parker, Mary Halvorson, Kris Davis, Tyshawn Sorey und Craig Taborn zusammen. 2009 bekam Laubrock den SWR-Jazzpreis, 2012 wurde sie ein Jahr lang „Improviser in Residence“ der Stadt Moers und 2025 erhielt sie den Deutschen Jazzpreis in der Kategorie „Holzblasinstrumente“.

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Guggenheim-Fellowship

Text
Martin Laurentius
Foto
Frank Schindelbeck

Veröffentlicht am unter News

Applaus 2026