Ensemble ChakâmSeit 2023 ist das Festival Houbara Resonanzen Iran, das von der Bewegung „Frau – Leben – Freiheit“ seinen Initialfunken erhielt, in Köln eine Institution. Auch in seiner vierten Ausgabe am 30. und 31. Mai werden diejenigen Facetten der iranischen Musikkultur gefeiert, die Genregrenzen sprengen. „Angesichts des aktuellen zerstörerischen regionalen Krieges sowie den brutalen Repressionen und der Internetsperre durch das iranische Regime ist es von größter Dringlichkeit, aktuellen zeitgenössischen Stimmen aus der Region eine Plattform zu bieten. Das Ziel ist, das maßgebliche Erbe iranischer und kurdischer Kultur und Kunst zu würdigen, um Diskussionen und ein gesteigertes Bewusstsein anzuregen“, schreiben die Kuratorinnen Sophie Emilie Beha und Mona Matbou Riahi.
Auf die Bühne vom Stadtgarten kommen zeitgenössische Kompositionen iranischer Studierender aus Teheran, die für das Kölner Quater Ensemble geschaffen wurden. Experimentell wird es mit Arefeh Hekmatpanah und Marco Blaauw, die mit Trompete und Feedback arbeiten. Kurdische und iranische Musiktraditionen begegnen sich bei der Formation Kurdophone. Einer „fein nuancierten Klangprosa“ hat sich das Streichinstrumenten-Ensemble Chakâm verschrieben, und mit Avin Ahmadi werden die Zuhörenden poetische Songs vernehmen. Den Abschluss bestreitet das Delaram Kafashzadeh Quintet mit einer Begegnung von Jazz und persischer Klassik. Podiumsgespräche und ein Kurzfilmprogramm ergänzen das zweitägige Festival.