Soul Jazz Records: Neue Compilations

The Best Of Doug Carn„The Best Of Doug Carn“Das britische Label Soul Jazz veröffentlicht heute zwei Compilation-Alben mit Musik des US-amerikanischen Independent Labels Black Jazz Records. Gegründet 1971 in Oakland, Kalifornien, vom Pianisten Gene Russell und dem Percussionisten und ehemaligen RCA-Mitarbeiter Dick Schory, war Black Jazz Records nur vier Jahre aktiv, veröffentlichte in dieser Zeit aber 20 Alben. Konzipiert als Alternative zum Mainstream-Jazz, richtete es sich vor allem an die Schwarze Community und produzierte vornehmlich spirituellen, politischen, von Soul und Funk geprägten Jazz. Als erfolgreichster Künstler erweis sich der Pianist und Organist Doug Carn, der mit seiner damaligen Ehefrau Jean Carn als Sängerin drei Alben für Black Jazz einspielte. Aus diesem Material stellte das Soul-Jazz-Sublabel Universal Sounds bereits 1996 die Compilation „The Best Of Doug Carn“ zusammen, ebenso wie die Labelwerkschau „The Best Of Black Jazz Records 1971-1975“.

Es waren die ersten Katalognummern von Universal Sounds, nun werden beide Alben zum 30. Jubiläum mit neuem Cover-Artwork auf dem Londoner Mutterlabel wieder veröffentlicht. „The Best Of Doug Carn“ (Soul Jazz/Indigo) enthält 14 Titel in ungefiltertem, aber druckvollem, orgelzentrischen Sound, darunter auch Vokalversionen von damals taufrischen Standards wie John Coltranes „Naima“. Die komplementäre Labelschau erweitert auf Doppel-Vinyl den Fokus auf die anderen Künstler/-innen auf Black Jazz Records, darunter die modale Funk-Band The Awakening, Keyboarder Roland Haynes und Sängerin Kellee Patterson, die mit einer Vocal-Version von Herbie Hancocks „Maiden Voyage“ von ihrem gleichnamigen Album vertreten ist. Es sind natürlich solche bemerkenswerten Coverversionen, die die Aufmerksamkeit zuerst auf sich ziehen, aber auch die Originalkompositionen haben noch immer viel vom Geist jener Tage zu erzählen.

In eine ähnliche, nur eben karibische Kerbe haut die zeitgleich erscheinende Compilation „Rebel Island Soul“ (Soul Jazz/Indigo). Hier interpretieren in historischen Aufnahmen jamaikanische Reggae-Künstler wie John Holt, Cornell Campbell und Lee Perry & The Upsetters Soul- und Funk-Hits aus den USA, die damals auch im jamaikanischen Radio liefen. darunter William DeVaughns „Be Thankful For What You’ve Got“ und Isaac Hayes’ „Theme From Shaft“. Der Sieger unter diesen amüsanten Kombinationen ist die Coverversion von Diana Ross’ „Feel Like Making Love“ von Elizabeth Archer & The Equators.

Weiterführende Links
Black Jazz Records

Text
Eric Mandel

Veröffentlicht am unter News

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