DOK.fest München: Music For Black Pigeons

Jakob Bro & Mark TurnerJakob Bro & Mark Turner14 Jahre lang begleiteten die beiden Dänen Jørgen Leth, 1937 in Aarhus geboren, und Andreas Koefoed, 1979 in Kopenhagen geboren, ihren Landsmann, den Gitarristen Jakob Bro, mit ihrer Kamera. Entstanden ist ein gleichermaßen seltsames wie an- und berührendes Dokument, das den beiden Filmemachern mit „Music For Black Pigeons“ geglückt ist. Tatsächlich ist es gar kein richtiger Musikfilm, nicht ein einziges Stück Musik ist in Gänze zu hören. Dennoch zeigen die anderthalb Stunden viel von den mit der Kamera begleiteten Musikern – Bro steht natürlich im Mittelpunkt, aber auch Lee Konitz, Thomas Morgan, Paul Motian, Bill Frisell, Mark Turner, Joe Lovano, Andrew Cyrille, Palle Mikkelborg, Jon Christensen und Craig Taborn sind zu sehen.

Leth und Koefoed wollen mit ihrer Doku das Unerklärbare sichtbar machen. Sie wollen den Moment zeigen, in dem auch und gerade eine improvisierte Musik zum ersten Mal erklingt. Sie wollen mit ihren Bildern erklären, was an Kreativität notwendig ist, damit so grundverschiedene Musikerpersönlichkeiten im Studio oder auf der Bühne zusammenkommen können, um gemeinsam als Kollektiv ein einzigartiges Klangkunstwerk zu erschaffen. Den Film zeichnet eine leise, offene Poesie aus, er spitzt nirgendwo zu, sondern lässt Raum für die Fantasie der Zuschauer/-innen im Kinosaal. Nachdem „Music For Black Pigeons“ im vergangenen November auf den Nordischen Filmtagen Lübeck seine Deutschland-Premiere hatte, zeigt das DOK.fest München diese Film-Doku der beiden Dänen gleich an drei Terminen noch einmal: am 6. Mai in der Gasteig, am 10. Mai im RIO 1 und am 12. Mai im Deutschen Theater.

Weiterführende Links
„Music For Black Pigeons“ beim DOK.fest

Text
Martin Laurentius

Veröffentlicht am unter News

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