Osnabrück: Morgenland-Festival

Melisa YildirimMelisa YildirimVom 21. Juni bis 2. Juli findet in Osnabrück wieder das Morgenland-Festival statt. Auf ein explizites Motto verzichten die Veranstalter in diesem Jahr, „doch jeder, der genau hinschaut und -hört, wird schnell erkennen, dass die 19. Edition ein Forum gerade den MusikerINNEN bieten wird“, gibt Festival-Leiter Michael Dreyer als Kompass mit. Eine Entdeckung ist gleich das Eröffnungskonzert: Die türkische Kamancheh-Spielerin Melisa Yildirim trifft auf die indische Perkussionistin Swarupa Ananth und die britisch-bahrainische Trompeterin Yazz Ahmed: eine nicht alltägliche Instrumentenkombination. Danach übernimmt Yildirims iranischer Kamancheh-Kollege Kayhan Kalhor mit neuem Ensemble, das erstmals außerhalb des Iran spielt. „Healing Rituals“ zwischen HipHop, Funk und Maliblues bringt die syrische Flötistin und Sängerin Naïssam Jalal mit multinationalem Quartett auf die Bühne. Die Kollaboration mit dem Osnabrücker Symphonieorchester unter Naci Özgüç kommt 2023 der kurdischen Sängerin Aynur zu.

Mit Layle Chaker ist eine libanesische Geigerin und Komponistin in der Friedensstadt, die mit der Cappella Amsterdam einen Zyklus für Solovioline und Chor präsentiert. Aus Wien reisen die beiden exil-iranischen Musiker Golnar Shahyar und Mahan Mirarab mit dem Perkussionisten Amir Wahba an, und Simin Tander kommt mit ihren neuen Quartett featuring Tord Gustavsen nach Osnabrück. Der iranische Musikethnologe und Flötist Mehdi Aminian lässt mit Ensemble die Resultate seiner Forschungen über die Musik der Teppichweberinnen erklingen, seinen Mix aus arabischen Melodien und Rhythmen kombiniert mit Elementen aus Klassik, Rock, Jazz und arabisch-ägyptischer Popmusik stellt der palästinensische Pianist und Komponist Faraj Suleiman vor. In der Schlusskurve nochmals ein ganz besonderes Projekt: Masaa-Sänger Rabih Lahoud tut sich mit dem Jazzpianisten Florian Weber und Mitgliedern des Ensemble Modern für „Transforming Now“ zusammen. Der Titel bezieht sich auf die kreative Kraft der Musiker/-innen, „die im Jetzt improvisatorisch eine Form erfüllen und erschaffen, genauso wie ich die Menschen im Libanon kenne“, so Lahoud. Eine Morgenland-Party mit DJ Ipek schließt sich daran an.

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Morgenland-Festival

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Stefan Franzen
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Nilay Islek

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