ELBJAZZ 2019

Perry RobinsonPerry RobinsonOb Bertolt Brecht und Hanns Eisler, Paul Robesen, Leadbelly, Pete Seeger oder Woody Guthrie – sein Vater ging oft mit ihnen aus, und Perry war häufig dabei. Der am 17. September 1938 in New York geborene Klarinettist Perry Robinson ist der Sohn von Earl Robinson, Komponist von sozialkritischen Folkklassikern wie „Joe Hill“, „Ballad For The Americans“ und „The House I Live In“. Später, 1959, als Student an der Lenox School Of Jazz in Massachusetts lernte Perry dann nicht nur Dozenten wie Bill Evans, Gunther Schuller und Max Roach kennen. Vielmehr änderten vor allem Don Cherry und Ornette Coleman, die in jenem Sommer auch als Studenten dort waren, sein musikalisches Leben. „Funk Dumpling“ hieß 1963 Robinsons Debüt als Leader, ein jazzhistorisch bedeutendes Album mit vielen verschiedenen Einflüssen zwischen Folkmelodik, Coleman und Blues. Später wirkte Robinson auch bei Archie Shepps Klassiker „Mama Too Tight“, Charlie Hadens Liberation Music Orchestra und Allen Ginsbergs Aufnahmen von „A Dream“ und „Vomit Express“ mit.

Anfang der 1970er-Jahre tauchte er auch auf Platten von Dave Brubeck und seinen Söhnen auf. Mitte der 1980er-Jahre gründete Robinson wieder ein eigenes Quartett in dem auch der New Yorker Bassist Ed Schuller, Sohn von Gunther Schuller, mitwirkte. Knapp 20 Jahre später schrieb die New Yorker Wochenzeitung „Village Voice“ dann, dass William Parkers Klarinetten-Trio-CD „Bob’s Pink Cadillac“ die beste Platte sei, die der Klarinettist Robinson je gemacht habe. Bei ECM erschien 2007 eine CD, die drei Jahre zuvor in New York aufgenommen wurde und von dem Schlagzeuger Paul Motian an das Münchner Label vermittelt wurde. Dabei handelte es um das ECM-Debüt der jungen Pianistin Anat Fort, „A Long Story“, mit Motian, Schuller und Robinson. Seine Autobiografie in Zusammenarbeit mit Florence F. Wetzel erschien 2002 unter dem Titel „Perry Robinson: The Traveler“. Am 2. Dezember ist Perry Robinson im Alter von 80 Jahren verstorben.

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Creative Commons/Justus Nussbaum

Veröffentlicht am unter News

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