Nik Bärtsch RoninNik Bärtsch RoninUnterschiedlichere Pianisten sind wohl kaum vorstellbar. Und doch gehen der kühle, mit hypnotischen Zen-Grooves spielende Nik Bärtsch aus der Schweiz und der hitzige Avantgardist Vijay Iyer mit ihren Ensembles gemeinsam auf Deutschland-Tour. „Ritual Groove Music“ nennt der Zürcher Keyboarder Bärtsch die Musik, die er mit seinem 2001 gegründeten Quartetts Ronin spielt. „Zen Funk“ ist wiederum das Schlagwort, das die Medien dieser Band gegeben haben. Beide Beschreibungen passen durchaus auf die nicht alltägliche, zeitgenössische Jazzmusik von Ronin. Rhythmische Patterns werden fortlaufend variiert, ineinander geschoben und auseinander gezogen und entwickeln dabei eine hypnotische Sogkraft, der sich niemand entziehen kann.

Wie anders geht Bärtschs Instrumentalkollege Iver doch musikalisch vor. Im Zentrum seines Sextetts steht die Rhythmusgruppe, die gleichzeitig auch sein Jazzpiano-Trio ist, mit dem der Indo-Amerikaner seit gut einem Jahrzehnt weltweit Erfolge feiert. „Das Trio ist für mich der Ursprung meiner Musik, darauf setzen die Bläser mit ihrer Improvisationskunst auf“, erläutert Iver. „Als Komponist balanciere ich das Gleichgewicht der Kräfte aus. Die Klangfarben der drei Bläser kreuze ich mit dem Sound des Trios, der eher taktil ist. Dadurch lassen sich unterschiedliche Emotionen zum Ausdruck bringen und verschiedene Atmosphären kreieren – Räume, in denen sich die Musiker frei bewegen können.“

ECM JazzNights heißen die sechs magischen Veranstaltungen, auf denen man die Speerspitzen zeitgenössischer Klavierkunst genießen kann – sowohl die aufgeweckte Präzision von Nik Bärtsch’s Ronin als auch die energiegeladene Extravaganz des Vijay Iyer Sextetts mit den Bläsern Graham Haynes, Steve Lehman und Mark Shim. Die Termine sind: Dortmund, Konzerthaus (06.11.), Hamburg, Elbphilharmonie (07.11.), Mannheim, Alte Feuerwache (08.11.), München, Prinzregententheater (10.11.), Frankfurt/Main, Alte Oper (11.11.) und Berlin, Admiralspalast (12.11.).

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ECM JazzNights

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Veröffentlicht am unter News