Center for Word Music an der Uni HIldesheimCenter for Word MusicEine neue akademische Schützenhilfe für die afrikanische Musik: Nachdem Dr. Markus Coester vom Iwalewa-Haus in Bayreuth alte Aufnahmen der ghanaischen Plattenindustrie digital aufbereitet hat (wir berichteten), ist nun die Universität Hildesheim in ein ähnliches Projekt eingestiegen. Unterstützt vom Auswärtigen Amt sind drei nigerianische und drei deutsche Forscher dabei, 1.000 Stunden Musik aus Nigeria zu sichern. Daraus soll bis Jahresende ein Online-Archiv entstehen, das zum Beispiel Hochzeitslieder oder Trauermusik auf dem Bura-Xylofon umfasst. Im Rahmen dieses Projekts gastieren nigerianische Musikwissenschaftler gerade in Niedersachsen.

Raimund Vogels, Leiter des „Center for World Music“ an der Uni Hildesheim, hat zuvor schon ähnliche Projekte im Iran und in Ägypten geleitet und organisiert Konferenzen über afrikanische Musikthemen auf Sansibar. Für Vogels unterstützt das aktuelle Vorhaben die Überlebensfähigkeit der nigerianischen Musikkultur und hat politische Dimensionen. Denn die ungehinderte Ausübung und Entfaltung der Musik habe sich seit dem Terror der Boko-Haram-Miliz dramatisch verschlechtert, mit Übergriffen auf Kulturschaffende muss ständig gerechnet werden. Das in Hildesheim erstellte Archiv soll somit den Zugriff auf das Erbe auch für kommende Generationen vor Ort sichern.

Weiterführende Links:
„Center for World Music“ Uni Hildesheim

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Veröffentlicht am unter News
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