Jazzpreis Baden-Württemberg für Wolfgang DaunerWolfgang Dauner

„Ich hasse es, theoretische Strukturen zu erklären – oder was mit Musik gemeint ist! Du musst einfach das Publikum erreichen, emotional. Es sei denn, du machst was ganz Banales. Das ist allerdings auch eine relativ späte Erkenntnis, nachdem wir früher alles so gemacht haben, als würde uns das Publikum nicht interessieren. Klavier anzünden und so. Heute möchte ich auch bei allem ausgefallenen Zeug, das ich so mache, eine Brücke bauen.“ Das sagte Wolfgang Dauner, Pianist, Keyboarder und Komponist, als unser Autor Götz Bühler ihn vor anderthalb Jahren in seiner Villa in Stuttgart besucht hat, um ihn für die Jazz-thing-Artikelreihe „European Jazz Legends“ zu interviewen. Dauners Aussage erklärt aber nicht nur den Musiker, der auf der Bühne und im Studio seiner Arbeit nachgeht. Vielmehr sagt diese auch eine Menge über den Menschen Wolfgang Dauner aus: dass er bis heute, als fast 80-Jähriger (am 30. Dezember feiert er seinen runden Geburtstag) noch immer in Bewegung ist, dass er flexibel auf Situationen reagiert, dass er selbst die Handlungsfäden knüpft. Und dass er mit Bands wie Et Cetera und natürlich mit dem von ihm mitgegründeten United Jazz & Rock Ensemble längst europäische Jazzgeschichte geschrieben hat – übrigens oft zusammen mit dem Bassisten Eberhard Weber.

Weber war auch der Musiker, der 2015 zum ersten Mal den mit 10.000 Euro dotierten „Sonderpreis für das Lebenswerk“ vom Jazzpreis Baden-Württemberg bekommen hat. Auch und gerade deshalb liegt es nahe, dass nun der gebürtige Stuttgarter Dauner diese Auszeichnung bekommt. „Beim Jazz-Ehrenpreis geht es um die Würdigung der künstlerischen Lebensleistung baden-württembergischer Jazzmusiker. Wolfgang Dauner prägt seit Jahrzehnten die baden-württembergische Jazz-Landschaft, er genießt internationale Reputation. Sei es mit seiner Band Et Cetera oder später mit dem United Jazz & Rock Ensemble – er hat immer wieder internationale Musiker nach Deutschland gebracht, Jazz-Größen wie Jean-Luc Ponty oder Larry Coryell. Prägend ist zudem seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Eberhard Weber. Seine Werke waren immer offen für aktuelle Strömungen und Einflüsse eines breiten Spektrums von Klassik bis Rock – damit hat Wolfgang Dauner den Jazz erweitert. Das würdigen wir mit dem Preis für das Lebenswerk“, würdigt BW-Kunststaatssekretär Jürgen Walter den Pianisten und Keyboarder. Preisverleihung und Preiskonzert finden am 23. Januar 2016 im Theaterhaus Stuttgart statt – unter anderem dem United Jazz & Rock Ensemble 2nd Generation sowie Freunden und Weggefährten wie Larry Coryell, Klaus Doldinger oder Jon Hiseman.

Weiterführende Links:
Wolfgang Dauner

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Foto
Lutz Voigtländer

Veröffentlicht am unter News
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