Alex MerckZum Tode von Alex MerckIm Grunde ist es noch gar nicht so lange her: Vor 20 Jahren steckte das WordWideWeb noch in den Kinderschuhen und war eher grau und still. Doch schon in der Frühphase der so genannten „digitalen Revolution“ Mitte der 1990er-Jahre gab es auch und gerade im Musikbusiness Menschen, die die Möglichkeiten dieses Mediums erahnen und voraussehen konnten. Einer dieser frühen WWW-Pioniere war Alex Merck. Einigen der CD-Veröffentlichungen, die damals auf einem der Labels seiner Plattenfirma Alex Merck Music auf den Markt gekommen waren, hatte er einen „Datentrack“ beigefügt, über den man sich interaktiv über die Veröffentlichungen etwa von Lipstick Records und Jazzline informieren konnte – entweder „klassisch analog“ mit Texten und Bildern oder „modern digital“ mit kurzen Soundbeispielen und Videoschnipseln. Kurz darauf übertrug er diese Datentracks auch auf die Website seiner Firma.

Doch eigentlich war Merck Musiker, genauer: Jazz-Fusion-Gitarrist. Sein Handwerk lernte er am renommierten Berklee College Of Music in Bosten. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernahm er das Jazz-Fusion-Label Lipstick, das er in seine neu gegründete Firma Alex Merck Music überführte. Zusammen mit dem Keyboarder und Jazzproduzenten Joachim Becker brachte er die Plattenfirma auf „Kurs“. Vor allem Alben amerikanischer Fusion-Musiker wurden mit großem Erfog veröffentlicht. So gilt etwa „Push“ 1993 vom einstigen Miles-Davis-Saxofonisten Bill Evans als geglücktes Beispiel dafür, HipHop und Jazz-Fusion zu mixen. Nachdem Becker aber Ende 1995 bei Alex Merck Music aufgehört hatte, konnte Merck die Erfolgsgeschichte seines Fusionlabels nicht fortführen. Vor rund zehn Jahren musste er seine Plattenfirma aufgeben – unter anderem deshalb, wie Merck stets im Gespräch betonte, weil das Finanzamt hohe Steuernachzahlungsforderungen gehabt haben soll. Wie gerade bekannt wurde, ist Alex Merck am 2. September an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben – gerade einmal 56 Jahre alt.

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

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2 Kommentare zu „RIP: Alex Merck“

  1. Das ist mein Schwiegersohn.Ich habe ihn als intelligenten Mensch und Freund kennengelernt.Ich vermisse ihn.Sein letzter Wunsch „Süd -Frankreich.Er wird erfüllt!

    mfg Martin van Hasz onder Roderloo

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