Word Sound PowerWord Sound Power vom Banth Singh ProjectEin außergewöhnliches indo-europäisches Projekt mit politischer Brisanz verbirgt sich hinter dem unscheinbaren Titel „Word, Sound & Power“. Protagonist ist der indische Sänger Bant Singh aus dem südlichen Punjab, dessen Schicksal international bekannt wurde: Er lehnte sich gegen den Ortsvorsteher seines Heimatortes Jhabhar in seinen Liedtexten auf, weil der die Landarbeiter ausbeutete. Daraufhin wurde seine minderjährige Tochter vergewaltigt. Im anschließenden Prozess wurden die Täter dank Singhs Hartnäckigkeit verurteilt, aber die Rache ließ nicht auf sich warten: Schlägertrupps der Kongresspartei prügelten ihn zum Krüppel, er hat heute nur noch einen Armstumpf und ein Bein.

Doch Singh besitzt noch seine durchdringende Stimme, die nun in Songs über die kastenlosen Dalits, ihren Kampf um Rechte und gegen die Kapitalisierung erstmals auch über den Punjab hinaus dringt: Der in Tübingen und Berkeley aufgewachsene DJ Delhi Sultanate hat Singh ausfindig gemacht. Zusammen mit dem Electronica-Spezialist Chris McGuiness hat er unter dem Titel The Bant Singh Project die Gesänge des unerschrockenen Vokalisten für den westlichen Markt aufbereitet. Ein Film über den Kampf der Kastenlosen und ein Porträt ihres Dorfes Jhabhar begleitet die Arbeit. Mehr Infos im Internet.

Text
Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

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