Hessischer Jazzpreis: Wolfgang Sandner

Wolfgang SandnerWolfgang SandnerDie Landesregierung Hessens hatte ihren Jazzpreis 1990 zur Förderung und Entwicklung der Jazzmusik und der Jazzmusiker:innen in Hessen gestiftet, 1991 wurde dieser zum ersten Mal an den Saxofonisten Heinz Sauer verliehen. Der mit 10.000 Euro dotierte Hessische Jazzpreis soll Musikerinnen und Musikern, Ensembles oder dem Jazz verbundene Persönlichkeiten für ihre Leistungen oder besondere Verdienste um die Entwicklung der hessischen Jazzszene auszeichnen. Über die Vergabe entscheidet der Hessische Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur aufgrund der Empfehlung des Beirates Jazz. Zuletzt konnten die Saxofonistin Corinna Danzer 2023, der Gitarrist John Schröder 2024 und die Pianistin Ursel Schlicht 2025 den Preis entgegennehmen.

Kürzlich gab das Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur in Wiesbaden den diesjährigen Gewinner bekannt: der Musikkritiker und Jazzautor Wolfgang Sandner, 1942 in Osek geboren. Der promovierte Musikwissenschaftler war zuerst Produzent der Plattenfirma Wergo, bevor er 1981 zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung wechselte, für die er fast drei Jahrzehnte als Musikredakteur arbeitete und noch immer regelmäßig Kritiken verfasst. Zu verschiedenen Themen und Persönlichkeiten des Jazz verfasste Sandner Bücher, wie zum Beispiel Biografien von Miles Davis und Keith Jarrett sowie über das Schaffen von Heiner Goebbels. „Durch seinen inhaltlich profunden wie intellektuell differenzierten Schreibstil schafft es Sandner“, so die Begründung des Beirates Jazz, „nicht nur eine an musikalischen sowie an soziokulturellen Entwicklungen interessierte Leserschaft zu halten und zu überzeugen. Seine Fähigkeit, die ästhetischen Dimensionen des Jazz mit dessen musikhistorischer Bedeutung zu verbinden, hat die Grundlage für den heutigen Stand der Jazzforschung in Deutschland entscheidend mitgeprägt. In seinen deutschlandweit wahrgenommenen Beiträgen hat er zudem stets einen Fokus auf die lokale, die hessische Szene behalten.“

Hessens Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels (SPD) sagte, dass Sandner mit seinem feinen Gespür für Klang und seinem kritischen Blick den Diskurs insbesondere zum Jazz über viele Jahrzehnte geprägt habe: „Es ist seinem Schreiben zu verdanken, dass die Gattung Jazz auch hierzulande als eine der wichtigen zeitgenössischen Musikgenres betrachtet wird. Sein Engagement sorgte dafür, dass die Traditionslinien des Jazz als wissenschaftlich relevant und die Arbeit der Musikerinnen und Musiker als innovationsfördernd wahrgenommen werden.“ Die Preisverleihung findet während des Hessischen Jazzpodiums am 26. September in der Bessunger Knabenschule in Darmstadt statt.

Weiterführende Links
Hessischer Jazzpreis 2026

Text
Martin Laurentius
Foto
Wonge Bergmann

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