Out Of Your Head Records/outofyourheadrecords.bandcamp.com
Der amerikanische Drummer und Komponist John Hollenbeck geht mit seiner Band GEORGE in die zweite Runde. Bei dem Unterfangen, den Jazz-Rock hinter sich zu lassen und Rock aus der Perspektive von Jazz, moderner Klassik und Science-Fiction neu zu definieren, wird er einmal mehr von Sarah Rossy und Chiquita Magic an Synthesizer und Mikrofon sowie Anna Webber an Saxofon und Flöten unterstützt. Die Musik ist sehr kompakt und kraftvoll, aber auch reich an Details und an den Rändern fragil. Nachdem Hollenbeck und Co. auf dem ersten Album „Letters To George“ 2023 den Rahmen für die Band definiert haben, können sie auf dem Folgealbum wesentlich besser loslassen. Die Musik kommt sehr leichtfüßig rüber und offenbart sich weniger über den Kopf. In einzelnen Momenten verrät sie eine gewisse Tendenz zur Minimal Music, was sicher kein bewusster Bezug auf den Zeitgeist ist, sich aber dennoch kongenial in die subtile Minimal-Renaissance unserer Tage einfügt. Wäre der Begriff Fusion nicht so negativ konnotiert, wäre es nicht unangebracht, Hollenbeck mit dieser Osmose von Physischem und Synthetischem eine gelungene Neuerfindung von Fusion zu attestieren.
Text
Wolf Kampmann
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 06. Jul 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews