Südtirol: Jazzfestival Alto Adige

Auch die diesjährige Ausgabe bespielt wieder den urbanen Raum ebenso wie die alpine Umgebung. So tritt zum Beispiel das Quartett Team Hegdal um den norwegischen Saxofonisten Eirik Hegdal im Alcide-Berloffa-Park in Bozen auf, dort beschallt das Goran Kajfeš Subtropic Arkestra den Waltherplatz. Das Trio Spins & Spells wiederum gibt an einem Tag ein Konzert in die Brennerei Roner und wechselt am nächsten für ein weiteres in den Treffpunkt Sein der Ortschaft Mals. Die Violinistin Anaïs Drago führt das Publikum wiederum tief hinein in die alpine Landschaft, wenn der Klimastollen Prettau mit seiner rohen Akustik Teil der Performance wird. Die Sängerin Sera Kalo lädt mit ihrer Band ex.II ihren Groove-Jazz mit einer Punkhaltung politisch auf, und das Trio der Pianistin Svetlana Marinchenko überführt mit dem Gitarristen Jo Wespel aka Beatdenker seine Improvisationsmusik in ein polyrhythmisches Ambiente.
Dann gibt es die Reihe „Sonic Reactions“, um an sieben Festivaltagen Musiker/-innen auf einer Bühne zusammenzubringen, die sich unvorbereitet In intimen Kurzkonzerten begegnen. Bei diesen wie musikalische Blind Dates inszenierten Aufführungen stehen spontanes Reagieren und unmittelbare Kommunikation im Zentrum. Auch die „Late Night“-Reihe folgt einer vergleichbaren Idee. Dann öffnet sich das Festival in Richtung Clubkultur, elektronische Klänge und hybride Konzertformen, ohne seinen improvisatorischen Kern außer Acht zu lassen. Und am 1. Juli steht der vierte Teil des auf fünf Jahre angelegten und vom Südtirol Jazzfestival initiierten Langzeitprojekts „Kabarila Jazz Ritual“ auf dem Programm, das wieder fünf Stunden lang als Grenzerfahrung zwischen Konzert, Klangperformance und Tanz vehement oszilliert.
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