Timmendorfer Strand: JazzBaltica

Ivan LinsIvan LinsVergangenen Mittwoch wurde auf einer Pressekonferenz das Programm der diesjährigen JazzBaltica vorgestellt, die 2026 vom 25. bis 28. Juni wieder in Timmendorfer Strand an der Ostsee stattfinden wird. 36 Konzerte wird es geben – 25 davon werden für das Publikum kostenlos sein, wie der künstlerische Leiter, der schwedische Posaunist Nils Landgren, hervorhebt. Seit 1991 gibt es dieses Jazzfestival in Schleswig-Holstein, seit 2012 ist Landgren verantwortlich für die Programmgestaltung. Dieses Jahr soll die JazzBaltica wieder zum Ort werden, „an dem Menschen aus der ganzen Welt zusammenkommen und der Dialog zwischen Kulturen zu Musik wird“, so Landgren. Der künstlerische Leiter will auch wieder auf neue Stimmen und frische Impulse im Jazz und in der improvisierten Musik setzen.

Landgren wird auch als Posaunist in Erscheinung treten. Mit der Bigband des Ostsee Gymnasiums Timmendorfer Strand macht er am 25. Juni den Auftakt zum Festival, während er für den 28. Juni im Quartett 4 Wheel Drive mit seinen Buddys Michael Wollny (Piano), Lars Danielsson (Bass) und Wolfgang Haffner (Drums) ein „mitreißendes Jazzfeuerwerk“ als „Avslut“ (schwedisch für Abschluss) der diesjährigen JazzBaltica verspricht. Zwischendrin gibt es auf der Mainstage unter anderem Konzerte mit dem Brasilianer Ivan Lins mit den New York Voices und der Danish Radio Big Band unter der Leitung von Ralf Schmid, dem Trio des schwedischen Schlagzeugers Emil Brandqvist, dem US-amerikanischen Sänger Michael Mayo, der sich vom Sound der schwedischen Norbotten Big Band umarmen lässt, dem Trio der estnischen Pianistin Birtta Vires, einem pan-skandinavischen Quartett Namens Arcanum mit Arve Henriksen (Trompete), Trygve Seim (Saxofon), Anders Jormin (Bass) und Markku Ounaskari (Schlagzeug), der NDR Bigband mit dem Programm „The Shadow Of A Dream“ der Chefdirigentin Nikki Iles sowie dem südafrikanischen Pianisten Nduduzo Makhathini.

Das Programm im JazzCafé ist dem Neuen und Unbekannten vorbehalten, wenn zum Beispiel das Trio Bach Jazz um den schwedischen Pianisten Emil Carlsson Rinstad sich auf das Werk des berühmten Leipziger Kantors fokussiert, Clara Haberkamp ein spektakuläres Klavier-Solo zum Besten gibt oder der dänische Drummer Carsten Lindholm sein frisch aus der Taufe gehobenes Trio mit Stefan Aeby (Piano) und Eva Kruse (Bass) vorstellt. Die Konzerte im Jazzclub lassen sprichwörtlich die Nacht zum Tage werden – zum Beispiel mit einem kooperativen Quartett mit Sven Kerschek (Gitarre), Gabriel Coburger (Saxofon), Lisa Wulff (Bass) und Valentin Renner (Drums).

Auf der Open-Air-Bühne gilt es einerseits den leisen Dialog zwischen der ukrainischen Vokalistin Kateryna Kravchenko und dem luxemburgischen Vibrafonisten Arthur Clees zu erleben, andererseits werden dort die klangsatten Bläsersätze der Landesjugendjazzorchester von Schleswig-Holstein und Hamburg über die Köpfe des Publikums hinwegbranden. Und dann ist am Sonntagvormittag das Kinderprogramm „Unfug mit Michel aus Lönneberga“ zu hören, direkt im Anschluss daran gibt es eine Kindermusikwerkstatt. Und auch 2026 wird der mit 5.000 Euro dotierte IB.SH-JazzAward verliehen; Bekanntgabe der Gewinnerin oder des Gewinners ist am 4. Juni.

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JazzBaltica

Text
Martin Laurentius
Foto
Leo Aversa

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Theaterhaus Jazztage 2026