Kamasi Washington

Lazarus

Milan/Sony

Kamasi Washington – Lazarus (Cover)Nicht nur mit Shinichirō Watanabes futuristischer Geschichte und seinen Bildern sorgte er 2025 für Aufsehen, sondern auch mit der bahnbrechenden Musik von Bonobo, Floating Points und hier Tenorsaxofonist Kamasi Washington. Von denen erschienen nun auch drei Einzelalben. Seinen weitläufig jazzigen Score gestaltete Washington mit Blick auf eine der Hauptfiguren, erinnert damit an das Chaos und die Coolness von Bebop. In jedem seiner Stücke spürt man die existenzielle Angst, die Watanabes Zukunftsvision prägt. „Lazarus“ erzählt die Geschichte eines Teams von Außenseitern, das darum kämpft, die Welt zu retten, nachdem die gesamte Menschheit erfahren hatte, dass sie mit einem tödlichen Serum vergiftet wurde, das als Schmerzmittel getarnt war. Doch so sehr die Vorstellung vom Sterben die Figuren in Lazarus auch erschreckt, so sehr inspiriert ihre missliche Lage sie zu einer perversen Art von Hochgefühl – eines, das man deutlich in „Vortex“ und „Lazarus“ hören kann, zwei von Washingtons elektrisierenderen Tracks. Washington war dann überrascht, als Watanabe ein komplettes Album von ihm wollte – nicht nur Songs für den Soundtrack, sondern etwas, das auch für sich allein stehen kann. Und genau das gelang Washington.

Text
Olaf Maikopf
, Jazz thing 162

Veröffentlicht am unter Reviews

Theaterhaus Jazztage 2026