Nduduzo Makhathini

Modes Of Communication

(Blue Note/Universal)

Nduduzo Makhathini – Modes Of Communication (Cover)Mit dem Pianisten hat Blue Note erstmals in seiner Geschichte auch einen Musiker aus Südafrika unter Vertrag. Vielleicht findet das auch einen Grund darin, dass Nduduzo Makhathini in Shabaka Hutchings Band Shabaka & The Ancestors spielt und der Pianist einer internationalen Öffentlichkeit bekannt wurde. Dabei hat er in seiner Heimat bereits acht Alben veröffentlicht und trat mit Stefon Harris oder Azar Lawrence auf. Makhathinis musikalischer Ansatz ist zutiefst spirituell, bezieht sich auf Rituale, in denen es um die Praxis des Heilens und Wahrsagens geht. Sich selbst sieht er weniger als Komponist, sondern eher als einen Kanal, über den sich verstorbene Ältere ausdrücken. Diese Mystik beiseite gelassen, hören wir eine spannende Musik, die Vergleiche zu McCoy Tyners oder Randy Westons „afrikanische“ Arbeiten nicht scheuen muss, kann man sich doch auch bei Makhathini in üppigen, flüssigen Klavierlinien vertiefen. Die werden begleitet von einer hymnischen Bläsersektion, bestehend aus dem amerikanischen Altsaxofonisten Logan Richardson und aufstrebenden Musikern der südafrikanischen Szene, darunter Linda Sikhakhane am Tenorsaxfon und Trompeter Ndabo Zulu. 75 eindringliche Minuten voller lyrischer, aber auch schmerzhaft klagender Musik, bei der einem immer wieder John Coltrane in den Sinn kommt.

Text
Olaf Maikopf
, Jazz thing 133

Veröffentlicht am unter Reviews

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