Lars Danielsson Libretto

Cloudland

(ACT/edel)

Lars Danielsson Libretto – Cloudland (Cover)Es könnte auch ein Album direkt aus den 1990ern sein. Die Verbindung eines Kammermusiktons mit melodienbetonter Improvisation und kantabler Linienführung, die Beiläufigkeit ungerader oder metrisch extravagant aufgefächerter Rhythmen, die dezente Hallräumigkeit in Kombination mit vorherrschend akustischer Instrumentierung: Das ist der Geist der fein tönenden Studiomoderne der 1980er in Union mit der imaginären Folklore, dem klassischen Crossover, dem neueuropäischen Stilbewusstsein. Lars Danielssons zum Quintett angewachsene Heimformation Libretto mit Trompeter Arve Henriksen, Pianist Grégory Privat, Klarinettist Kinan Azmeh, Schlagzeuger Magnus Öström und Gitarrist John Parricelli als Gast schlägt mit „Cloudland“ den Bogen von Post-Debussy bis zu nordisch eigener Romantik. Danielsson selbst präsentiert sich als Sänger des Cellos und Akrobat des Kontrabasses, klangversöhnlich, aber zugleich ein Meister des geschmackvollen Anspruchs.

Text
Ralf Dombrowski
, Jazz thing 139

Veröffentlicht am unter Reviews

Michael Wollny